5 Tipps für richtiges Brustschwimmen

5 Tipps für richtiges Brustschwimmen

So schwimmst du schneller, weiter, länger – und entspannter!

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 08.08.2018

Mit Freunden im kühlen Nass ein paar Bahnen ziehen, sich erfrischen und den Kopf freikriegen – im Sommer gibt es kaum was Schöneres. Dazu ist Schwimmen gesund und macht fit, weil es deine Gelenke schont und gleichzeitig Kraft und Kondition trainiert. Leider kann eine falsche Technik beim Brustschwimmen aber gerne mal zu Nacken- und Rückenschmerzen führen – dann wird Brustschwimmen wahrscheinlich nicht zu deinem sportlichen Ausgleich. Damit du dich nach deiner Brustschwimm-Einheit schon auf die nächste freust, verraten wir dir 5 Tipps für einen besseren Schwimmstil.

Banane oder Brustschwimmer?

Viele, die regelmäßig Brustschwimmen, haben anschließend Rücken- und Nackenschmerzen. In den meisten Fällen liegt das an einer Hohlkreuzstellung im Wasser – das Hohlkreuz passiert, wenn man krampfhaft den Kopf über Wasser und auch die Beine möglichst weit oben halten will.

„Brustschwimmen mit richtiger Technik ist eigentlich der schwierigste Schwimmstil. Es ist eine Bewegungsabfolge, die sich immer wiederholt – sie ist aber so komplex, dass sich selbst kleine Technik-Nuancen relativ schnell auf das Gesamtpaket auswirken. Wenn du die richtige Technik einmal verinnerlicht hast, macht Brustschwimmen viel mehr Spaß.“ Nils Frommhold, Profi-Triathlet

Mit der richtigen Technik spürst du nach dem Brustschwimmen deine Muskeln, aber nicht mehr deinen schmerzenden Nacken und Rücken. Und du belohnst du dich mit einem fitten Körper, weil du viel effektiver schwimmst!

Tipp 1: Tauche mit dem Kopf ab

Fürs Brustschwimmen ist eine geeignete Schwimmbrille das Must-have in deiner Schwimmausrüstung, denn dein Kopf taucht beim „richtigen“ Brustschwimmen unter Wasser. Das mag für Einige möglicherweise aussehen wie eine neue Schwimmtechnik, ist in Wahrheit aber der ganze Brustschwimm-Zauber, der eine saubere von einer unsauberen Technik unterscheidet.

Das heißt: Du tauchst mit dem Kopf unter Wasser, führst den Beinzug aus und während du die Arme für den nächsten Zug zu dir ziehst, tauchst du wieder auf.

Tipp 2: Behalte deine Hände beim Armzug im Blick

Im Gegensatz zum Kraulschwimmen besteht der Armantrieb beim Brustschwimmen aus einer einzigen Zugphase mit beiden Armen.

  • Schritt 1: Zu Beginn sind deine Arme gestreckt vor dem Körper, die Handflächen zeigen zueinander.
  • Schritt 2: Damit du möglichst weit nach vorn kommst, drehst du deine Handflächen nach außen. Durch eine Innenrotation drehen sich sozusagen deine Daumen von oben nach unten.
  • Schritt 3: Jetzt bewegst du die Arme in einer bogenförmigen Bewegung synchron voneinander weg, als würdest du das Wasser zur Seite schieben.

Deine Armbewegungen finden immer vor deinem Körper statt, sodass du deine Hände immer im Blickfeld hast. Du ziehst die Arme solange nach hinten, bis sie auf Schulterhöhe angekommen sind – nicht bis zur Hüfte!

  • Schritt 4: Von dort aus beugst du die Arme im Ellenbogen, die auf Schulterhöhe bleiben und führst die Hände unter der Brust – mit den Handflächen zueinander – zusammen nach vorn.

Tipp 3: Der richtige Beinschlag macht dich schnell

Gleiches gilt auch für die Beine: Das rechte und linke Bein sollten idealerweise gleich viel Power in die Vorwärtsbewegung bringen, damit du geradeaus schwimmst. Ein verbreiteter Beintechnik-Fehler ist der „Scherenbeinschlag“, der so aussieht wie sein bekannter Namensgeber: Die Beine überkreuzen sich im Wasser wie eine Schere, die Bewegung von rechtem und linkem Bein ist nicht ausgeglichen und auch nicht symmetrisch. Auch die breitbeinige Froschgrätsche ist in Schwimmbecken zwar häufig zu sehen, aber trotzdem falsch: Beim Anziehen der Beine ziehen viele die Fersen am Po zusammen, die Knie entfernen sich weit voneinander.

  • Schritt 1: Richtig umgesetzt hockst du die Fersen in der Vorbereitungsphase zum Po an. So bleibt ein möglichst flacher Winkel in der Hüfte, du bleibst schnell und deine Wasserlage verändert sich nicht.
  • Schritt 2: Deine Knie zeigen im Idealfall möglichst nach unten und nicht zu sehr nach außen. Du öffnest sie etwas über Hüftbreite, maximal Schulterbreite.
  • Schritt 3: In der Druckphase drehst du die Unterschenkel mit angezogenen Füßen nach außen, um eine große Abdruckfläche zu schaffen. Du führst diese Beinbewegung solange bogenförmig nach hinten aus, bis deine Beine und Füße wieder lang gestreckt sind. Das verleiht dir einen kraftvollen Vorwärts-Schub.

Tipp 4: Die Fußposition ist das Geheimnis für mehr Vortrieb

Ohne Füße geht’s nicht! In der langgestreckten Gleitphase sind deine Fußspitzen vom Schienbein weggestreckt, sodass du in einer langen Gerade im Wasser liegst und dem Wasser wenig Angriffsfläche bietest. Beim Anhocken, also während du die Fersen zum Po führst, ziehst du deine Zehenspitzen zum Schienbein, bis sie ein „L“ formen. Dann hast du beim Abstoßen mehr Druck durch die Position der Fußflächen – so einfach wirst du beim Brustschwimmen schneller!

Tipp 5: Gleite durch das Wasser

Mach dir das Wasser zunutze, um Kraft zu sparen. Das Geheimnis: „Schwereloses“ Gleiten. Spätestens wenn du das Zusammenspiel zwischen Armzug und Beinschlag beim Brustschwimmen so beherrschst, dass du in eine gleitende Bewegung kommst, siehst du aus wie ein Schwimm-Profi. Die Gleitphase ist deine kurze Verschnaufpause, bevor die Armbewegung erneut beginnt.

Wenn du mit dem Kopf abtauchst, bringen dich deine Beine durch einen kräftigen Beinschlag vorwärts. Deine Arme und Beine sind jetzt in einer Geraden gestreckt – das ist der Moment des Gleitens unter Wasser.

Für maximales Tempo im Wasser wechseln sich Armzug und Beinschlag ab, die Bewegungen sind also asynchron zueinander – aber mit gutem Timing aufeinander abgestimmt.

Kurz und knapp

Für richtiges Brustschwimmen tauchst du mit dem Kopf unter Wasser, um deinen Nacken und Rücken gerade zu halten. Zuerst gibt dir die Armbewegung Vortrieb, dann der Beinschlag. Die richtige Atmung ist kein Hexenwerk, nur Gewohnheit: Unter Wasser aus, über Wasser ein. Und vergiss nicht, deine Hände und Füße effektiv einzusetzen, dann schwimmst du mit weniger Krafteinsatz schneller und weiter. So bleibst du mit deiner Schwimmbegleitung länger (und auch langfristig) im Wasser – weil richtiges Brustschwimmen Spaß macht und gut tut!

Weitere wertvolle Tipps zum Schwimmen von Nils Frommhold und seinem Teamkollegen Florian Angert bekommst du auf unserer großen Themenseite.

Die Wintersportart Nr. 1:
Exklusive Einblicke der Experten und Athleten!

Weitere Artikel zu dem Thema Schwimmen

Leistungssport
Off-Season – Pause für Power im nächsten Wettkampf
Schwimmen
Neoprenanzug anziehen – das How-to-Video von Nils Frommhold
Triathlon
Wie du schnell aus dem Neoprenanzug kommst
Schwimmen
Beim Schwimmen trinken?
Schwimmen
Gegen den Strom – Freiwasserschwimmen
Teil 4
Schwimmen
Die richtige Atmung beim Kraulen
Teil 3
Schwimmen
Den Beinschlag beim Kraulen optimieren
Teil 2
Schwimmen
Der richtige Armzug beim Kraulen
Teil 1
Schwimmen
In guter Wasserlage kraulen