Biathlon goes Triathlon

Biathlon goes Triathlon

Warum Abwechslung im Sport gut sein kann

Von Vanessa Hinz
veröffentlicht: 24.07.2018

Vom Weltcupsieg im Biathlon zur Olympischen Distanz beim Chiemsee Triathlon im Juni 2018. Ich tausche die gewohnten Skier und das Gewehr gegen Schwimmsachen, Rennrad und Laufschuhe ein. Warum? Weil es gut tut, mal keine olympischen Medaillen oder den Weltcup im Hinterkopf zu haben.

Warum ausgerechnet Triathlon?

Immer wenn die Menschen um mich herum erfahren, dass ich 2018 bei einem Triathlon mitmachen möchte, sind die Fragen ähnlich: Warum machst du das? Was ist deine Motivation? Wieso ausgerechnet Triathlon? Die Antwort ist: Weil ich es will. Weil es eine Herausforderung ist, die mich reizt. Ich habe schon als Kind einen Schülertriathlon absolviert und bin danach mehrmals in einer Staffel beim Schliersee Triathlon angetreten. Außerdem: Der Sieg von Faris Al-Sultan beim Ironman Hawaii 2005 hat meine Begeisterung für Triathlon zusätzlich wieder entfacht. Es ist im Grunde eine inspirierte Begeisterung dafür, endlich einmal diese drei Disziplinen, Schwimmen, Laufen, Radfahren, in einem Wettbewerb zu bestreiten. Nur ich und die Distanz. Eine Motivation, die wahrscheinlich alle Triathleten kennen.

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Ich glaube insgesamt, dass der eine oder andere Athlet mehr Wettkampf-Abwechslung vertragen könnte – es muss ja nicht immer gleich der Streckenrekord sein. Denn seien wir ehrlich: Obwohl ich Ski fahre und schieße, trainiere ich regelmäßig meine Kondition mit Laufeinheiten und auf dem Fahrrad. Als Biathletin bin ich Ausdauertraining schon lange gewohnt. Zwei der drei Disziplinen sind fester Bestandteil meines Trainingsplans. Schwimmen ist kein klassisches Training für eine Biathletin, trotzdem gehe ich hin und wieder auch schwimmen. Hier habe ich mehr zu optimieren, aber ich freue mich auf die Herausforderung. Die größte Stärke besteht außerdem in einem gewissen Ehrgeiz – man kämpft immer weiter, gibt nicht auf! Mein Appell bleibt:

Wenn du deine Kondition sowieso regelmäßig trainierst, warum nicht mal in eine andere Disziplin schnuppern? Zu verlieren hast du nichts. Du gewinnst mindestens einen erweiterten Horizont.

Auch Triathlon geht ohne Leistungsdruck

Als Biathletin trete ich für den Triathlon ohne jeden Anspruch an mich selbst an. Ich setze mich nicht unnötig unter Druck: Ich mache mir keine konkrete Zeitvorgabe und peile keine bestimmte Platzierung an. Das finde ich erfrischend, weil ich in meinem Trainingsalltag immer nach der Zeit beurteilt werde. Den Triathlon laufe ich für mich. Einfach so. Dabei sein ist in diesem Falle – wortwörtlich – alles. Ich bleibe in erster Linie Wintersportlerin und werde keine Verletzung durch eine Überbelastung der Gelenke riskieren. Trotzdem kann ich mein Bestes geben und daran wachsen. Das ist mein Mindset für den Triathlon. Mein Ex-Teamkollege Andreas Birnbacher hat neben seiner Biathlon-Karriere auch mehrfach an Triathlons teilgenommen und kann mir sicher ein paar Tipps geben. Gerade die Wechsel zwischen den drei Disziplinen sind mir fremd, das Umziehen, die Wechselzone. Beim Biathlon ist der Wechsel zwischen Schießen und Ski flüssig, es sind weniger Variablen. Aber gerade diese Art der sportlichen Abwechslung ist es, warum ich mal wieder über meinen Tellerrand schauen möchte. Und das kann ich nur jedem empfehlen.

Beim Triathlon ist der Weg zumindest ein Teil des Ziels. Die Arbeit mit dem eigenen Körper, die Vorbereitung, das Gefühl, wenn der Tag da ist. Alle Informationen, wieso auch du einmal einen Triathlon versuchen solltest und wie du dich darauf vorbereiten kannst, findest du auf unserer großen Themenseite Triathlon.

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