Das WM-Fieber steigt

Das WM-Fieber steigt

Nur noch wenige Wochen bis zum Ironman Hawaii

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 13.09.2018

Kailua-Kona – ein Name, der für Träume, Sehnsucht und Mythen steht. Rund 2.500 Athleten wollen sich beim Ironman Hawaii am 13. Oktober einen Traum erfüllen. Der Moment, nach 3,8 km Schwimmen im Pazifik, 180 km Radfahren durch die glühenden Lavafelder und einem Marathon auf dem legendären Ali’i Drive über die Ziellinie zu laufen: unvergleichlich. Patrick Lange kennt dieses Gefühl nur zu gut. Vor einem Jahr gelang ihm der Sieg an der Kultstätte des Triathlons. Seine Mission Titelverteidigung hat begonnen.

In den Annalen des Ironman Hawaii hat sich Patrick Lange bereits verewigt. Seine Fabelzeit von 8:01:40 Stunden – neuer Streckenrekord. Klar, dass sich alle Blicke auf Patrick Lange richten. Der Countdown läuft. Für Patrick Lange beginnt die Vorbereitung mit Coach Faris Al-Sultan. „In manchen Trainingseinheiten kommen Intensität und Quantität zusammen, was eigentlich nur den Wettkämpfen vorbehalten ist“, erklärt der Trainer. Das wöchentliche Trainingspensum liegt bei etwa 30 Stunden. Ziel ist es, das Kraftniveau und die Grundschnelligkeit zu erhalten. Kurz: Reize setzen, um besser zu werden. Mit Blick auf das große Ziel liegt Patrick Lange voll auf Kurs, sagt Faris Al-Sultan. Seinen Schützling muss er weder anschieben noch bremsen: „Generell hat er eine ausgezeichnete Trainingserfüllung“, lobt der Hawaii-Sieger von 2005.

So verlief das Jahr des Weltmeisters

Gerade einmal 14 bis 16 Tage hat Patrick Lange im abgelaufenen Jahr ohne Sport verbracht – meistens, um nach großen Wettkämpfen zu regenerieren. Seine bisherige Bilanz des Jahres 2018: Zahllose Trainingseinheiten, sechs Wettkämpfe mit sechs Podestplätzen. Jeweils Dritter wurde er bei der Challenge Gran Canaria, in Buschhütten sowie beim Ironman Frankfurt. Platz 2 holte er beim Ironman 70.3 Rügen und Kraichgau. Gewinnen konnte Lange beim Waldecker Edersee-Triathlon. Letztendlich aber alles nur Vorbereitung. Der Fokus liegt auf Hawaii. Dort heißt es topfit an den Start zu gehen. Was vorher war ist nahezu unbedeutend.

Favoritencheck: Wer macht es 2018?

Zur Mission Titelverteidigung reist Patrick Lange zehn Tage vor dem Startschuss an. Um den Vorjahreserfolg zu wiederholen, braucht es einen optimalen Tag. Dennoch: Nach dem Triumph 2017 traut ihm sein Trainer alles zu.

„Ein Sieg ist Glück, wenn man fünfmal in den Top 5 in Kona ist, ist es Können und Qualität.“ Faris Al-Sultan

Beide wissen aber auch: Die Konkurrenz schläft nicht. Wenn es um die Vergabe der Podestplätze geht, ist nach der Absage von Jan Frodeno sicherlich Lionel Sanders als Erster zu nennen. Er gehört nicht erst seit seinen Siegen in Arizona und Mont-Tremblant zum Favoritenkreis. Und noch einen Dritten hat Patrick Lange auf der Rechnung: Javier Gomez. Der zweifache Mitteldistanz-Weltmeister aus Spanien feiert in diesem Jahr sein Hawaii-Debüt.

Von 1978 bis heute: Wie sich der Ironman Hawaii entwickelt hat

Die Faszination Triathlon ist seit Jahren ungebrochen. Bei der ersten Austragung des Ironman Hawaii 1978 waren es noch 15 Starter, 12 von ihnen kamen ins Ziel. Heute sind es weit über 2.000 Athletinnen und Athleten. Aber nicht nur die Teilnehmerzahlen sind in die Höhe geschnellt – auch die Leistungen. Die Siegerzeit vor 40 Jahren? 11:46:56 Stunden. Eine Zeit, die mittlerweile in den meisten Altersklassen nicht einmal für eine Qualifikation zur Weltmeisterschaft ausreichend wäre. Zum Vergleich: Patrick Lange kam satte 3 Stunden, 46 Minuten und 16 Sekunden schneller ins Ziel als Gordon Haller, der Premierensieger des Ironman Hawaii. Genauso schnell verläuft die Entwicklung im Frauenbereich. Als erste weibliche Teilnehmerin benötigte 1979 die US-Amerikanerin Lyn Lemaire 12:55:38 Stunden. Heute liefern die Top-Athletinnen Zeiten unter neun Stunden ab.

Sportliches Spektakel mit Superlativen

Hart, härter, Ironman Hawaii. Das Event ist ein Synonym für absolute Höchstleistungen. Den Streckenrekord hat Patrick Lange bereits inne. Auch die schnellste Marathonzeit von 2:39:45 Stunden darf er sich seit 2016 auf die Fahnen schreiben. Für die Zahl der meisten Gesamtsiege steht ihm noch einiges an Arbeit bevor. Jeweils sechsmal triumphierten die US-Amerikaner Dave Scott und Mark Allen in den 1980er und 1990er Jahren. Letzterem gelang gar das Kunststück, zwischen 1989 und 1993 fünfmal in Folge zu gewinnen. Zu den besten deutschen Herren im ewigen Kona-Ranking zählen Normann Stadler und Jan Frodeno mit jeweils zwei Siegen. Noch extremer sieht die Statistik bei den Frauen aus: Gleich achtmal triumphierte Paula Newby-Fraser aus Zimbabwe auf dem Ali’i Drive.

Zahlen und Fakten: Zeiten, Siege, Rekorde

Streckenrekord

  • Herren: 8:01:40 - Patrick Lange (GER), 2017
  • Frauen: 8:46:46 - Daniela Ryf (SUI), 2016

Schnellste Schwimmzeit

  • Herren: 46:41 - Lars Jorgensen (USA), 1998
  • Frauen: 48:43 - Jodi Jackson (USA), 1999

Schnellste Radzeit

  • Herren: 4:12:54 - Cameron Wurf (AUS), 2017
  • Frauen: 4:44:20 - Karin Thürig (SUI), 2011

Schnellste Marathonzeit

  • Herren: 2:39:45 - Patrick Lange (GER), 2016
  • Frauen: 2:50:27 - Mirinda Carfrae (AUS), 2014

Meiste Gesamtsiege

  • Herren: je 6 - Dave Scott und Mark Allen (beide USA)
  • Frauen: 8 - Paula Newby-Fraser (ZWE)

Auch außerhalb der sportlichen Fakten ist der Ironman Hawaii ein Event der Superlative: Die Medienberichterstattung hat gewaltig zugenommen. 2017 wurde das Rennen erstmalig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in voller Länge übertragen. Dazu vorab bereits Liveschalten, Interviews und Berichte über die gesamte Rennwoche hinweg. Alle Rekorde sprengt die Zahl der beteiligten Personen: Weit mehr als 5.000 Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Patrick Lange und sein Team fiebern dem Startschuss entgegen. Athleten aus allen Kontinenten und die ganze Triathlon-Fangemeinde können es kaum erwarten. Die heiße Phase hat begonnen!

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