Der passende Fahrradhelm

Der passende Fahrradhelm

Dein wichtigster Begleiter beim Radfahren

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 19.04.2018

Der Fahrradhelm ist der wichtigste Bestandteil deiner Radlerausrüstung – ohne ihn geht’s nicht. Allerdings gilt: So wie es bei Laufschuhen auf den perfekten Sitz am Fuß und dein Körpergefühl ankommt, solltest du auch beim Helmkauf ein paar Dinge beachten.

Schutz durch Material und Verarbeitung

Der richtige Helm wirkt bei einem Aufprall wie ein Puffer zwischen deinem Kopf und dem Aufprallgegenstand – in den meisten Fällen ist das der Asphalt. Innen ist der Helm mit Schaumstoff ausgekleidet. Er nimmt nach einem Aufprall die entstandene Energie auf, indem er zusammengedrückt wird oder bricht. Dadurch lassen sich Kopfverletzungen verhindern oder zumindest abmildern.

Seit kurzem haben viele Helme ein integriertes MIPS-System, das deinen Kopf bei einem schrägen Aufprall zusätzlich schützt. MIPS-Helme haben eine Kunststoffinnenschale, die mit flexiblen Halterungen an der eigentlichen Helmschale angebracht ist. Die Kunststoffschale kann sich bei einem schrägen Aufprall entgegen der Helmschale bewegen und so die Rotationsenergie aufnehmen, die bei einem solchen Sturz entsteht.

Seit einigen Jahren wenden viele Helmhersteller das sogenannte In-Mold-Verfahren an, bei dem die Helmschale und der Hartschaum miteinander verschweißt werden. Das sorgt für eine sichere und deutlich stabilere Helmstruktur als eine punktuelle Verklebung.

Helme für verschiedene Radsportarten

Es gibt verschiedene Arten von Fahrradhelmen: Urban oder City Helme, Kinderhelme, Downhill- oder BMX-Helme und Mountainbike (MTB)- oder Rennradhelme. Diese Arten lassen sich noch einmal in Mikroschalen- und Hartschalenhelme unterteilen. Hartschalenhelme haben einen Überzug aus hartem Kunststoff, der für ein relativ hohes Gewicht sorgt. Sie werden überwiegend im BMX- und Downhill-Bereich getragen, wo die Sturzgefahr besonders hoch ist. Mikroschalenhelme sind durch ihren dünnen Kunststoffüberzug deutlich leichter und deshalb am weitesten verbreitet

Der Rennradhelm – aerodynamisch und gut gepolstert

Rennradhelme sind Mikroschalenhelme mit einer guten Aerodynamik. Sie zeichnen sich vor allem durch ein geringes Gewicht und einen hohen Tragekomfort aus, damit Rennradfahrer sie über viele Stunden hinweg bequem tragen können. Dafür haben die meisten Rennradhelme ein raffiniertes Polstersystem aus wenigen Polstern an den richtigen Positionen, um Druckstellen und übermäßiges Schwitzen zu verhindern. Noch aerodynamischer ist der Zeitfahrhelm, der meist im Triathlon bei längeren Distanzen getragen wird. Der Zeitfahrhelm hat meist weniger Lüftungsschlitze und läuft nach hinten sehr spitz zusammen – die Form des Helms ist aber so extravagant, das er nicht für den Trainingsalltag geeignet ist.

Wie du deinen Helm findest

Egal ob Profifahrer oder Einsteiger – ohne Helm solltest du dich nie auf den Sattel setzen. Dabei reicht es nicht, einfach den nächstbesten Helm zu kaufen. Denn nichts verdirbt dir den Spaß am Radfahren mehr, als ein schlecht sitzender Helm, der dir Druckstellen und fiese Kopfschmerzen bereitet oder rutscht und dir die Sicht nimmt. Dein Fahrradhelm muss auf deinen Kopfumfang und deine Kopfform angepasst sein. Dafür lässt du dich am besten in einem Fachgeschäft beraten und probierst einige Helme aus.

Als Grundregel gilt, dass dein Helm weder wackeln noch drücken sollte.

Die wichtigsten Stellen, an denen der Helm gut anliegen muss, sind Stirn, Schläfen und Hinterkopf. Als besonders sicher gilt ein Helm, der deine Schläfen bis in den Wangenbereich und deine Ohren schützt, weil der untere seitliche Bereich deines Kopfes der verletzlichste ist.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Helme im Fachhandel zu kaufen, wo du sie ausprobieren kannst. Es kommt darauf an, dass er nicht rutscht oder drückt und du ein freies Sichtfeld hast, das nicht durch Visiere am Helm oder ähnliches eingeschränkt wird. Ein leichter Helm ist in der Regel sowohl komfortabler als auch teurer, da das geringe Gewicht andere Anforderungen an die Konstruktion und das Material stellt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Belüftung.

Ein effizientes Belüftungssystem verhindert einen Hitzestau unter dem Helm – und lässt dich auch auf langen Strecken einen kühlen Kopf bewahren :)

In den letzten Jahren sind im Radsport Aerohelme immer beliebter geworden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie die „aufgenommene“ Luft über Leitelemente und Öffnungen gezielt weiterleiten, um einen geringeren Luftwiderstand zu erzielen und gleichzeitig den Kopf zu belüften. Bei ohnehin hohen Geschwindigkeiten kannst du mit diesen Helmen noch ein bisschen schneller fahren.

4 weitere Dinge, auf die du bei der Helmauswahl achten kannst:

1. Waschbare Innenpolster: Denn auch das beste Belüftungssystem verhindert nicht, dass du schwitzt

2. Ersatzpolster: Einige Hersteller bieten kostenlose Ersatzpolster an, die du entweder direkt beim Kauf dazu erhälst oder nachbestellen kannst

3. Reflektoren am Helm bieten dir zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr.

4. Helle Helmfarben machen dich im Dunkeln sichtbarer.

Deine Sicherheit steht an erster Stelle: Nimm beim Helmkauf lieber etwas mehr Geld in die Hand – denn im Fall der Fälle kann dir diese Investition das Leben retten.

Die DIN EN 1078

Alle Fahrradhelme, die in der EU und der Schweiz auf den Markt kommen, müssen der Prüfnorm DIN EN 1078 entsprechen. Um die Norm zu erfüllen, muss der Helm den Kopf bei einem Aufprall auf eine ebene Fläche mit einer Geschwindigkeit von bis zu 19,5 km/h schützen. Bei einem Aufprall auf einen spitzen Gegenstand muss der Schutz bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu 16,5 km/h gewährleistet sein.

Wie du deinen Helm richtig einstellst

Genau wie die „Alltagshelme“ haben Rennradhelme am hinteren Ende eine Stellschraube, mit deren Hilfe du den Helm nach Bedarf enger oder weiter stellen kannst. Damit der Helm fest am Kopf sitzt ohne zu verrutschen, stellst du ihn über die seitlichen Helmgurte ein – achte darauf, dass dein Kinn dabei nicht zu stark eingeschürt wird. Deine üblichen Helmeinstellungen kannst du nachjustieren, wenn du eine (Sonnen-)Brille, eine Mütze oder ein Multifunktionstuch trägst. Insbesondere wenn dein Kopfumfang zwischen zwei Größen liegt, ist es deshalb sinnvoll, eine größere als eine kleinere Helmgröße zu wählen.

Verschleiß am Helm

Ein Fahrradhelm ist langlebig, aber er hält nicht ewig. Die meisten Hersteller empfehlen, den Helm alle fünf Jahre auszutauschen, weil das Material ermüden und deine Sicherheit dann nicht mehr gewährleisten kann. Im Falle eines Aufpralls solltest du deinen Helm sofort austauschen, weil er durch nahezu unsichtbare Haarrisse instabil ist.

Fazit

Es gibt also eigentlich nur zwei Dinge, die dein Helm erfüllen muss: Er muss dich schützen und gut sitzen. Wenn er dazu auch noch gut aussieht, fühlst du dich mit einem Fahrradhelm wahrscheinlich noch wohler. Für welchen Helm du dich auch entscheidest – trag ihn bei jeder Fahrt.

Was Radfahren mit der Seele zu tun hat, und alles Wissenswerte zum Radsport erfährst du auf unserer Themenseite.

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