Der richtige Armzug beim Kraulen

Der richtige Armzug beim Kraulen

Kraultechnik Teil 2

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 24.04.2018

Beim richtigen Kraulen sind die Bewegungen dynamisch und schnell, präzise und gut durchdacht. Während jede Faser deines Körpers aktiv ist, geben deine Arme den Takt vor. Sie entscheiden beim Kraulen über dein Tempo und die Effizienz deiner Bewegung.

90% deines Vortriebs erlangst du beim Kraulen durch deine Arme. Dabei gilt: Je besser dein Armzug, desto schneller bist du.

Erfahrene Kraulschwimmer haben die Schwimmtechnik meist schon so verinnerlicht, dass sie sie im Wasser ohne nachzudenken abrufen können. Wir haben die wichtigsten Aspekte für deinen Kraularmzug zusammengefasst.

3 Elemente eines guten Armzugs: Armstreckung, Hände, Ellenbogen

1. Strecke deine Arme zum Eintauchen so weit wie möglich nach vorne.

Versuche deine Armspannweite voll auszunutzen. Je weiter du mit deinem Arm vor deinem Körper ins Wasser eintauchst, desto weniger Armzüge brauchst du für deine Bahn. Der Effekt dahinter hängt mit dem „Wasserfassen“ zusammen. Wasserfassen beschreibt das Wegschieben des Wassers mit den Händen, wodurch du dich beim Schwimmen vorwärts drückst. Kannst du mehr Wasser wegschieben, gewinnst du auch mehr Antrieb nach vorne.

2. Öffne deine Hände ein klein wenig.

Mit leicht geöffneten Händen bist du im Wasser schneller unterwegs. Die Tierwelt macht es mal wieder vor: Frösche und Bieber sind mit ihren Schwimmhäuten einfach die effektiveren Schwimmer. Auch deine Hände haben durch die leichte Öffnung eine größere Fläche, mit der sie sich vom Wasser abdrücken können. Sie fassen automatisch mehr Wasser und du schwimmst schneller. Durch die kleinen Wasserstrudel zwischen deinen Fingern lernst du, den Wasserdruck besser wahrzunehmen. Leicht geöffnet verbrauchst du zudem weniger Energie beim Schwimmen – weil du deine Hände nicht so angespannt zusammenpresst.

Richtiges Eintauchen

Deine Hände sollten beim Eintauchen immer in Verlängerung zu deiner Schulter sein. Sind sie zu weit links oder rechts, legen sie im Wasser unnötige Strecken zurück und du schwimmst weniger ökonomisch.

3. Nutze den Hebeleffekt der „stehenden Ellenbogen“.

Stell dir deinen Arm als eine Art Hebel vor. Du tauchst ihn vor dir ins Wasser ein, lässt den Ellenbogen stehen und ziehst dich an ihm vorwärts. Der Hauptfehler vieler Einsteiger liegt darin, den Ellenbogen wegzuknicken. Richtig machst du es…

  • …indem du vor dem Eintauchen die Ellenbogen oben hältst. Dabei sind Ellenbogen, Unterarm und Handgelenk auf einer Höhe.
  • …wenn du nun das Handgelenk und den Unterarm vertikal ins Wasser eintauchst. Dabei drücken sie nach hinten – nicht nach unten.
  • …dadurch, dass du den Ellenbogen in diesem Moment oben stehen lässt. Es entsteht der Hebeleffekt. Dein Unterarm und dein Handgelenk drücken dich gegen den Wasserwiderstand nach vorne ab – wie ein Hebel.

Florian Angert erklärt dir am lebenden Objekt – an seinem ERDINGER Alkoholfrei Teamkollegen Nils Frommhold – was es mit dem stehenden Ellenbogen auf sich hat.

Festige deinen Armzug durch isoliertes Training

Ziel des korrekten Armzugs ist schnelleres und effektiveres Kraulschwimmen. Dafür kannst du ohne großen Aufwand mit Paddles oder einer Pullbuoy viel erreichen. Diese beiden Schwimmgadgets helfen dir, dich im Training auf deine Arme zu fokussieren.

Paddles und Fingerpaddles für mehr Widerstand

Die Paddles geben deiner Hand mehr Fläche und somit auch einen größeren Widerstand, um Wasser zu fassen. Durch sie lernst du, wie du dich mit Händen und Unterarm richtig gegen das Wasser abdrückst und wie sich das Wasserfassen anfühlen sollte. Schwimmen mit Paddles ist ein kleines Krafttraining für deine Arme. Mit ihnen kannst du den Ellenbogen einfach stehen lassen und das Wasserfassen fokussiert angehen, indem du deinen Armzug isolierst.

„Schwimme ein paar lockere Bahnen mit Paddles oder Fingerpaddles und versuche dich dann im Tempo zu steigern. Du wirst mehr und mehr ein Gefühl für die richtige Position deiner Hand im Wasser erlangen.“ Nils Frommhold, Profi-Triathlet

Pullbuoy für noch mehr Kraft in den Armen

Es ist leichter sich auf den Armzug zu konzentrieren, wenn die Beine erst einmal außen vor bleiben. Eine Pullbuoy klemmst du dir ganz einfach zwischen deine Beine – dadurch treiben sie von selbst an der Oberfläche und werden nicht bewegt.

„Nun kannst du ein paar Bahnen kraulen. Versuche dabei verstärkt auf die korrekte Ausführung von Armstreckung, Wasserfassen und stehenden Ellenbogen zu achten. Durch die vielen Wiederholungen merkt sich dein Körper, wie es richtig geht.“ Florian Angert, Profi-Triathlet

Bei deinem nächsten Training wird es dir leichter fallen, den Armzug richtig auszuführen.

Kurz und knapp

Ohne den optimalen Armzug hast du es beim Kraulen schwerer. Glück gehabt: Mit lang gestreckten Armen, stehenden Ellenbogen und dem richtigen Wasserfassen kannst du ihn dir ohne viel Brimborium selbst beibringen. Damit du das neu Gelernte nicht so schnell vergisst, wiederholst du es im isolierten Training mit Schwimmgadgets. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Alles rund ums Schwimmen findest du auf unserer Themenseite: grundlegendes Wissen und professionelle Tipps von den Profi-Triathleten Florian Angert und Nils Frommhold.

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