Die 6 häufigsten Anfängerfehler beim Rennradfahren

Die 6 häufigsten Anfängerfehler beim Rennradfahren

Und mit welchen Do’s du die Don’ts ablöst

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 17.05.2019

Jeder hat mal angefangen. Echte Profis und Rennradfahrer, die schon jahrelang Erfahrung haben, erkennen Greenhorns sofort. Es gibt nämlich typische Anfängerfehler, die dich als Neuling sofort entlarven. Welche das sind und wie du es in Zukunft besser machen kannst, haben wir dir hier zusammengefasst.

Die 6 Anfängerfehler auf einen Blick, die dich als Greenhorn entlarven:

  • 1. Du hast kein Flickzeug dabei (und wenn doch, weißt du damit umzugehen?)
  • 2. Du nimmst keinen Proviant in Form von Essen und Trinken mit auf deine Tour
  • 3. „Show me your shorts“ – du fährst mit Unterhose?
  • 4. Du sitzt auf einem unpassenden Rad
  • 5. Klickie-Crash: Du hast den Umgang mit Klickpedalen noch nicht drauf
  • 6. Du fährst sofort mit Kette rechts – und damit mit dem höchsten Kraftaufwand

Die gute Nachricht vorab: Wirklich schlimm ist nur die Kombination unserer sechs Don’ts. Aber auf Dauer wird es ganz automatisch mehr und mehr dein Ziel werden, an jeder noch so kleinen Stellschraube zu drehen. Weil du besser werden willst. Und wenn du einmal erfahren hast, wie gut du auf einem passenden Rennrad sitzt oder dich fühlst, wenn du mit konstanter Energie radelst, willst du mehr.

1. Du hast kein Flickzeug dabei

Der Klassiker. Positiv denken ist gut. So gehen Einsteiger oft davon aus, dass bei kleineren Touren schon nichts passieren wird. Irgendwann ist allerdings immer das erste Mal – ein platter Reifen verhindert deine Weiterfahrt. Jetzt kannst du mit einem Multitool-Kit glänzen. Da ist nämlich alles drin, was du für die gängigsten Reparaturen brauchst – vom Inbusschlüssel und Ersatzschlauch bis zum Reifenheber. Dabeihaben ist auf jeden Fall schon mal richtig. Nun kommt es auf die richtige Anwendung an.

  • Reifen vom Rad trennen. In der Regel klappt das mit einem Handgriff über den Schnellspanner.
  • Mit dem Reifenheber befreist du nun auf einer Seite den Mantel aus der Felge.
  • Im nächsten Schritt löst du den Schlauch aus dem Mantel (Ventil vorher entfernen).
  • In der Regel hast du einen Ersatzschlauch dabei. Einfach aufpumpen und einsetzen. Fertig.

2. Du nimmst keinen Proviant mit auf deine Tour

Du solltest unbedingt vermeiden, hungrig aufs Rad zu steigen. Optimal versorgt bist du, wenn du ca. zwei Stunden vor deiner Tour ausgewogen isst, und ausreichend trinkst – und während der Tour deine Speicher immer wieder auffüllst. Bei kleineren Fahrten von ein bis zwei Stunden reicht es aus, wenn du Wasser mit einer Prise Salz oder einem Schuss Zitrone dabei hast. Für Touren, die zeitlich darüber hinausgehen, solltest du auch etwas Energiereiches zu essen mitnehmen. Hier eignen sich vor allem Bananen, Energieriegel oder -gels oder auch Dextrose. Weil du bei intensiver Anstrengung über den Schweiß Elektrolyte verlierst, ist es wichtig, deinen Energielevel möglichst konstant zu halten. Das ist übrigens beim Schwimmen genauso. Und nicht vergessen: Nach der Tour isotonisch trinken!

3. „Show me your shorts“ – du fährst mit Unterhose?

Das kann ab einer gewissen Kilometerzahl zu einem echten Problem werden. Für Frauen und Männer gilt: feel free – weg mit der Unterhose! Wo keine Nähte, da kein Scheuern. Gerade für Frauen ist es oft eine unhygienische Vorstellung, nur mit der Radlerhose auf dem Sattel zu sitzen. Wer jedoch längere Strecken fährt, wird schnell feststellen, dass die Schmerzen ein größeres Übel sind. Aufgescheuerte Wunden trüben die Freude einer langen Ausfahrt. Wer partout nicht auf eine Unterhose verzichten mag, kann sich mit extra angefertigten nahtlosen Alternativen aus dem Fachhandel helfen.

„Ein Radrennfahrer muss seinen Hintern besser pflegen als sein Gesicht.“ Rudi Altig, Rennradfahrer

Für sensiblere Menschen gehört dazu auch Gesäßcreme, um Scheuern von vornherein zu vermeiden.

4. Du sitzt auf einem unpassenden Rad

Die Auswahl ist groß und auch preislich gibt es erhebliche Unterschiede. Dennoch ist ein passendes Rad das A und O. Dafür ist es erst einmal wichtig herauszufinden, welchen Zweck dein Bike erfüllen soll. Es gibt unterschiedliche Typen – vom klassischen Alu- bis zum hochpreisigen Carbon-Rennrad. Bei allen Kategorien ist die Rahmengröße entscheidend, weil diese auf dein Gewicht und auf den Komfort abgestimmt wird. Im Fachhandel kannst du dich kompetent beraten lassen. Je unpassender das Rad ist, desto anstrengender wird die Fahrt für dich. Was du noch beim Kauf bedenken solltest, findest du hier.

5. Klickie-Crash: Du hast den Umgang mit Klickpedalen noch nicht drauf

Es mag im ersten Moment irritieren, aber Klickpedale geben dir Sicherheit. Das System ist simpel: Unter deinen Schuhen werden Spezialsohlen angeschraubt, sogenannte „Cleats“. Das Gegenstück findest du auf deinen Pedalen. Mit Druck auf die Pedale klickst du ein, mit einer leichten Drehbewegung wieder aus. Viele Einsteiger haben jedoch Bedenken, dass sie nicht schnell genug aus dem Klicksystem rauskommen, zum Beispiel an einer Ampel. Das ist allerdings reine Übungssache. Wenn du den Schritt von der Bärentatze (also von einem normalen Pedal) zum Klickpedal machst, solltest du vor deiner ersten Tour unbedingt ein paar mal das Ein- und Ausklicken üben. Am besten im Stand und während einer langsamen Fahrt. Die Vorteile werden dich schnell überzeugen: Deine Füße bleiben stabil auf einer Position, so kannst du nicht mehr abrutschen. Außerdem wirst du schnelleres Fahren schätzen lernen, weil du aus der ganzen Umdrehung Kraft schöpfst – beim Treten und auch beim Hochziehen.

6. Du fährst sofort mit Kette rechts – und damit mit dem höchsten Kraftaufwand

Kette rechts bedeutet: Du fährst in hohen Gängen, also bei höchstem Widerstand, und damit mit dem größten Kraftaufwand, weil du schnell fahren möchtest. Rennradsport ist allerdings in erster Linie ein Ausdauersport, soll also vorrangig das Herz-Kreislauf-System trainieren. Das ist anders als beim Bahnradfahren, wo man schnelle Sprints hinlegt und daher die Kraft sehr stark aus den Beinen holt. Als Einsteiger sollte man sich an das ausdauernde, also lange Fahren gewöhnen. Nach einer Zeit werden natürlich die Beine schwer und schlackern danach auch ordentlich, aber es geht darum die Balance zu finden und die gesamte Beinmuskulatur zu beanspruchen.

Fazit: Die Rennrad-Welt ist faszinierend. Der Rausch der Geschwindigkeit, das Naturerlebnis im Zusammenspiel mit der Technik – all das wird dich sicherlich noch mehr packen, wenn du die Basics kennst und nach und nach umsetzt. Nach oben sind übrigens keine Grenzen gesetzt. Selbst langjährige Profis feilen und optimieren in jeder Saison an Technik, Qualität und am Fahrer-Bike-Setting.

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