Herbstblues? Kannst du dieses Jahr vergessen!

Herbstblues? Kannst du dieses Jahr vergessen!

Mit diesen 4 Tipps bleibst du auch an grauen Tagen aktiv und glücklich

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 02.10.2018

Am liebsten im Bett bleiben, nichts tun, im Frühling wieder aufwachen – so fühlen sich viele spätestens, wenn die Blätter von den Bäumen fallen und die Tage kürzer werden. Das Phänomen, dass viele Menschen im Herbst schlapper, antriebsloser und auch melancholischer sind, nennen wir „Herbstblues“. Der Herbstblues ist aber nicht unausweichlich – es liegt an dir, was du aus der vermeintlich grauen Jahreszeit machst.

Vorab: Woher kommt der Herbstblues?

Für den Herbstblues kommen mehrere Faktoren zusammen. In Kombination drücken sie unsere Stimmung und Leistungsfähigkeit. Der wichtigste Faktor: Der Herbst bietet weniger Tageslicht. Das Tageslicht hilft unserem Körper aber, den Melatonin-Haushalt tagsüber niedrig zu halten. Melatonin ist unser Schlaf-Hormon, eine starke Ausschüttung oder ein chronisch hoher Melatonin-Spiegel macht uns müde und passiv. Im Sommer sorgt die Sonne dafür, dass unser Melatonin-Spiegel tagsüber niedrig ist und unser Gehirn abends weiß, wann wir am besten schlafen: wenn es dunkel ist. Wir fahren im Sommer bei Tageslicht zur Arbeit, kommen bei Tageslicht wieder nach Hause und sind im gleichen Wach-Schlaf-Rhythmus wie die Sonne. Da unser Leben sich aber nicht mehr vorwiegend nach der Sonne, sondern nach Arbeitszeiten richtet, funktioniert das im Herbst und Winter schlechter. Wir stehen auf, wenn es noch dunkel ist. Viele fahren auch im Dunkeln zur Arbeit.

Unser Gehirn mag regelmäßige Aktivität im Dunkeln aber nicht. Auch weil Dunkelheit lange Zeit mit Gefahr verbunden war.

Die Sonne hilft uns auch, einen Gegenspieler des Melatonin zu aktivieren: Serotonin, unser Gute-Laune-Hormon. Auch das wird im Herbst knapper – wenn wir keine Gegenmaßnahmen ergreifen. So sind wir im Herbst weniger gut gelaunt und oft müde. Müdigkeit wiederum strengt uns an und macht reizbar – ein Teufelskreis, den du mit ein wenig Eigeninitiative durchbrechen kannst.

1. Wechsel die Perspektive

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig seltsam, aber eigentlich hat der Herbstblues nur wenig mit dem Herbst selbst zu tun. Zumindest ist „Herbst“ viel mehr als Dunkelheit und Schmuddelwetter:

Die schönen Farben der Blätter, der Geruch von nassem Holz im Park, Kürbisse, Nüsse und Maronen, eine Tasse Tee.

Erfreu dich an deinem kuscheligen Schal, den du endlich wieder nutzen kannst oder dem weichen Pulli, der solange im Schrank lag. Manchmal kannst du den Herbstblues auch bekämpfen, wenn du die Perspektive wechselst und die schönen Dinge der Jahreszeit für dich entdeckst.

2. Tanke Frischluft und Sonnenstrahlen

Es ist kälter und windiger, trotzdem ist es eine gute Idee, Frischluft zu tanken. Für Geist und Seele ist es wichtig, mindestens 15 Minuten pro Tag an der frischen Luft zu verbringen. Denn auch wenn die Sonne nicht mehr direkt zu sehen ist: Das Tageslicht ist das indirekte Licht der Sonne, Wolken hin oder her.

Du kannst also deine Mittagspause nutzen, um ein paar Sonnenstrahlen zu tanken.

Wenn es nicht gerade regnet, kannst du mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren – zumindest auf dem Rückweg könnte es noch hell sein. Wenn das gar nicht geht, überleg dir Outdoor-Aktivitäten fürs Wochenende. Es regnet oder ist windig? Dafür gibt es geeignete Kleidung. Vielleicht hast du sogar Spaß daran, dir mal ein neues Herbst-Outfit zuzulegen? Du merkst, worauf das hinausläuft: Trotze dem Wetter und genieße die frische Herbstluft. Nimm so viel von der verbleibenden Sonne mit, wie du kannst. Das macht nicht nur glücklich, sondern auch wach. Also: Lieblingsmantel an und rausgehen, ein wenig Regen ist keine Ausrede!

Nicht umsonst gibt es so viele Gedichte über den Herbst: Er ist ein wahres Farbenspektakel.
Nicht umsonst gibt es so viele Gedichte über den Herbst: Er ist ein wahres Farbenspektakel.

3. Starte warm in den Tag

Wenn es morgens kälter ist, startest du mit einem warmen Frühstück aufgewärmt in den Tag. Damit kommst du besser in Fahrt, als mit einem kalten Müsli oder Joghurt, der dir nur vor das innere Auge führt, was dich draußen erwartet. Ein warmer Porridge ist schnell gemacht und gesund: Haferflocken, Wasser, Milch, ein wenig Hitze.

Neben Kohlenhydraten und Eiweiß ist Porridge besonders reich an Ballaststoffen.

Das schützt dich gegen den berühmten Heißhunger im Herbst. Du kannst auch mit Gewürzen experimentieren, die deinen Stoffwechsel anregen, das Immunsystem stärken und dich von innen wärmen: Chili, Ingwer, Kardamom oder Zimt. Auch dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil hilft: Sie macht durch das enthaltene Theobromin glücklich und gibt dir wertvolle Antioxidantien.

4. Trainiere den Herbstblues weg

Im Grunde ist der Herbst eine tolle Zeit, häufiger laufen zu gehen. Denk aber unbedingt an Reflektoren, wenn du in der Dämmerung laufen gehst – dann übersieht dich niemand. Es ist nicht mehr so heiß wie im Sommer und die Bäume tauchen die Parks in wunderschöne Farbtöne. Und wenn du ein paar Sachen beachtest, wirst du Outdoor-Sport im Herbst lieben. Und denk dran: Für deine Sommerfigur trainierst du vor allem im Herbst und Winter – dann kannst du es dir auch guten Gewissens an Weihnachten gut gehen lassen.

Ein Kniff ist zum Beispiel, sich drinnen, im Warmen, aufzuwärmen und zu dehnen. Investiere ruhig ein paar mehr Minuten in dein Warm-Up als im Sommer. Dann kannst du „warm“ rausgehen und direkt loslaufen – die Kälte hat keine Chance. Am Ende der Session läufst du langsam aus. Halte dich aber nicht zu lange in deinem Sport-Outfit draußen auf.

Dein Cool-Down sollte im Herbst kürzer sein, sonst provozierst du eine Unterkühlung.

Bei niedrigen Temperaturen solltest du noch mehr darauf achten, beim Laufen richtig zu atmen. Eine tiefe Atmung durch die Nase wärmt die kalte Luft auf und dein Körper muss weniger gegen die Kälte tun. Auch für ausgedehnte Radtouren durch die Landschaft oder einen malerischen Wanderweg eignet sich der bunte Herbst.

Und wenn es draußen wirklich stürmt und gießt, kannst du zuhause aktiv sein, zum Beispiel mit 20 Minuten Bodyweight-Training Dazu brauchst du nur dein Körpergewicht, eine Matte und ein paar gute Übungen. Danach kannst du dich mit ein paar Yoga-Übungen im Warmen entspannen und dehnen, wenn der Regen gegen die Fensterscheiben prasselt.

Wie so viele Dinge, die sich um Bewegung, Fitness und unser Wohlbefinden drehen, spielt unsere Einstellung eine große Rolle. Der Herbstblues wartet jedes Jahr auf uns, der eine erlebt ihn stärker, die andere weniger. Trotzdem hast du es in der Hand, dich dem Blues zu beugen oder aktiv dagegen vorzugehen. Unsere Meinung: Der Herbst ist viel zu schön, um ihn melancholisch und zurückgezogen zu verbringen.

Auch im restlichen Jahr gilt: Bewegung macht glücklich! Warum individuelle Fitness nichts mit dick, dünn oder Leistungssport zu tun hat, erfährst du auf unserer Themenseite Fitness.

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