Klettern

Klettern

Die (Outdoor-)Sportart mit Adrenalinkick-Garantie

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 04.09.2019

Wie Klettern dich körperlich und mental hoch hinaus bringt

Es fühlt sich ziemlich speziell an, eine Kletterroute erklommen zu haben. Du hast einen Weg zurückgelegt und dabei Hürden genommen. Du hast mit voller Konzentration Möglichkeiten gefunden, um dein Ziel zu erreichen. Du hast dich auf deinen Körper verlassen, vielleicht auch auf deinen Helfer, du hast deiner Kraft und deinem Kopf vertraut. Klettern macht stolz und glücklich und verleiht ein Freiheitsgefühl.

Adrenalin, körperliche Fitness, mentales Training, Gemeinschaft – beim Klettern überwindest du nicht einfach nur ein Hindernis, sondern bekommst ganz viel Belohnung für deine Anstrengungen. Die (Outdoor-)Sportart mit Nervenkitzel verbindet Körper und Geist – und Sport mit Natur. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen dem Trend zum Felsen folgen. Ganz egal, ob du ein durchtrainierter Sporty bist, ein Boulder-Fan in spe oder ein Naturliebhaber mit dem Hang zum Abenteuer – hier erfährst du, warum Klettern auch für dich eine der besten Sportarten werden kann.

7 Gründe fürs Klettern

  • 1. Klettern kräftigt deine Muskulatur: Beine, Arme, Schultern, Rücken und Hände profitieren von der benötigten Körperspannung.
  • 2. Die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining beim Klettern ist optimal für deinen Organismus.
  • 3. Deine mentale Stärke wird gefestigt, weil du dir beim Klettern ein Ziel setzt – und dieses Ziel mit eigener Muskelkraft erreichen willst und wirst.
  • 4. Deine Konzentrationsfähigkeit verbessert sich durchs Klettern, indem du deine Füße, Beine und Hände fokussiert einsetzt und Risiken einschätzt.
  • 5. Adrenalin und Nervenkitzel werden deinen Geist beflügeln (mobilisieren).
  • 6. Du schaffst verbindende Erlebnisse mit deinen Freunden oder der Familie.
  • 7. Frische Luft und Sauerstoff regen deinen Kreislauf an, wenn du draußen kletterst.

Kletteranfänger? Dann ab in den Grundlagenkurs!

Wir empfehlen vor dem ersten Kletterspaß einen angeleiteten Einsteiger-Lehrgang, zum Beispiel in einer Kletterhalle deiner Stadt. Ein professioneller Lehrer wird dir erste wichtige Tipps zur Klettertechnik und zu einer angemessenen Sicherheitsausrüstung geben. Von beidem erfährst du hier aber auch schon einiges!

Klettern in verschiedenen Varianten: Die wichtigsten Kletterstile im Überblick

Klettern ist eine sehr ursprüngliche Fortbewegungsweise des Menschen, die heute als Sport in der Halle und am Fels ausgeübt wird. Beim Sportklettern geht es darum, Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu durchklettern. Das Überwinden von technisch anspruchsvollen Routen-Abschnitten steht dabei im Vordergrund. Klassisch wird der Kletternde von einem Partner mit einem Seil gegen Absturz gesichert. Diese Form des Kletterns nennt sich Freiklettern, weil das Seil nur zur Absicherung, nicht aber zur Fortbewegung selbst genutzt wird. Freiklettern ist NICHT zu verwechseln mit dem gefährlichen Free-Solo-Stil, bei dem der Kletternde auf sämtliche Sicherung und Hilfsmittel verzichtet. Aus dem Prinzip des Freikletterns haben sich verschiedene Kletterstile entwickelt, die wir dir kurz vorstellen möchten. Du kannst die meisten Kletterstile in der Halle ausprobieren und herausfinden, welcher am besten zu dir passt.

Toprope: Der einfachste Kletterstil für den Einstieg

Beim Toprope kletterst du mit einem von oben kommenden Seil, das vorab in eine Umlenkung (einen sicheren Fixpunkt an der Hallenwand oder am Fels) am höchsten Punkt eingehängt wurde. Ein Kletterpartner steht auf dem Boden und sichert das Seil. Die Toprope-Technik ist der einfachste Kletterstil, denn du musst dich nicht selbst in der Halle oder am Fels zwischensichern. Toprope eignet sich daher super, um dich im Klettern auszuprobieren und ein Gefühl für deinen Körper an der Wand zu entwickeln. Toprope-Klettern und Toprope-Sichern ist deshalb auch oft die erste Technik, die du in einem Einsteigerkurs lernst.

Toprope-Klettern
Toprope-Klettern

Klettern ist Teamsport!

Zwar kletterst du mit deiner eigenen Muskelkraft eine Wand oder einen Fels hoch. Am Ende geht es aber nicht ohne einen Partner, denn fast alle Klettertechniken sind darauf ausgelegt, dass der Kletternde von einem sichernden Gleichgesinnten begleitet wird. Klettern ist Teamsport und Teamsport bedeutet Vertrauen; das ist elementar, um mit gutem Gefühl in die Höhe zu klettern.

Vorstieg

Beim Vorstieg kletterst du eine Route, bei der die Seilsicherung von unten kommt. Dabei musst du das Seil selbstständig in die nächste Zwischensicherung einhängen, was großen Kraftaufwand bedeutet – gleichzeitig ist der Vorstieg die Klettertechnik, bei der du im Falle eines Sturzes am weitesten fällst, nämlich bis zur letzten Zwischensicherung. Der Vorstieg gilt daher auch als die körperlich und mental anspruchsvollste Klettertechnik.

Nachstieg

Beim Nachstieg bist du die Person, die dem Vorsteiger hinterher klettert: Du kletterst die Route also mit der Seilsicherung von oben, die dein Kletterpartner im Vorstieg eingehängt hat. Du selbst wirst dabei von einem Standplatz am Boden gesichert.

Vorstieg und Nachstieg Klettern
Vorstieg. Wenn eine dritte Person hier sichert, kann die zweite Person (unten) im Nachstieg klettern.

Klettersteig oder Via Ferrata

Klettersteig ist eine eigene alpine Disziplin, obwohl das Equipment für diese Klettertechnik mal für etwas ganz anderes bestimmt war: Früher wurden Felspassagen auf Wanderwegen mit Stahlseilen abgesichert – an denen kann man aber auch wunderbar entlangklettern! Klettersteige sind also Kletterwege, die mit Eisenleitern, Eisenstiften und Klammern als Trittstufen ausgestattet sind und die auch sehr schwierige Routen für Nicht-Kletterer begehbar gemacht haben. In diesem Sinne ist der Klettersteig keine „reine“ Klettertechnik, sondern eine Form der Begehung eines Felsen – aber eine sehr anspruchsvolle! In Italien heißt Klettersteig übrigens Via Ferrata, wörtlich übersetzt „Eisenweg“.

Klettersteig oder Via Ferrata
Klettersteig oder Via Ferrata

Bouldern

Bouldern
Bouldern

Wahrscheinlich kennst du die Trendsportart Bouldern längst, sie darf in dieser Liste trotzdem nicht fehlen. Bouldern unterscheidet sich vom „klassischen“ Klettern einerseits durch die Technik und das Equipment, andererseits durch die Kletterhöhe: Denn beim Bouldern kletterst du ohne Seil und Klettergurt an Felsen, Vorsprüngen oder künstlichen Kletterwänden in Absprunghöhe. Ein Crashpad auf dem Boden und am besten noch ein Boulderpartner fangen dich auf, wenn du fällst.

Wusstest du, …

… dass das sportlich motivierte Klettern seinen Ursprung in Deutschland hat? Mit der Besteigung des Falkensteins in der Sächsischen Schweiz durch mehrere Turner im Jahr 1864 begann alles. Danach entstand direkt das Freiklettern als sportliche Disziplin, blieb aber über lange Zeit außerhalb der Sächsischen Schweiz noch unbekannt.

Deine Kletterausrüstung

Wenn du in der Halle kletterst, bekommst du meist das gesamte Equipment vor Ort. Gerade für den Einstieg ins Klettern brauchst du nicht sofort eine komplette Ausrüstung. Sinnvoll sind allerdings deine eigenen Kletterschuhe, denn in der perfekten Größe und Passform für dich bieten sie dir wichtigen Halt und Sicherheit. Wenn dich das Kletterfieber packt und du diesen Sport nach dem Grundlagenkurs ernsthafter verfolgen möchtest, ist eine Komplettausrüstung unverzichtbar.

Kletterausrüstung
Kletterausrüstung

Die klassische Kletterausrüstung im Überblick:
  • Kletterschuhe: Sie sind meist leicht gebogen und sitzen sehr eng am Fuß. Durch die Kletterschuhe sollst du einerseits den Untergrund unter deinen Füßen gut spüren können, andererseits soll der Schuh dich gut schützen und dir Grip am Fels geben. Gute Kletterschuhe sind leicht und trotz der engen Passform bequem.
  • Klettergurt: Er verbindet dich mit deinem Sicherungsseil und ist daher essenziell für deine Kletterabenteuer. Neben der Stabilität der Materialien ist es wichtig, dass der Klettergurt an Bauch und Beinen gut sitzt und nicht einschnürt – gerade wenn du mal eine Pause machen willst und eine Weile im Gurt sitzt. Verstellbare Beinschlaufen sind praktisch, wenn du mit verschiedenen Sportklamotten kletterst.
  • Kletterseil: Ein Kletterseil für die Halle sollte mindestens 40 Meter lang sein, draußen am Fels sind 70 Meter Seillänge gut. Der Standard sind dynamische (also leicht dehnbare) Einfachseile.
  • Sicherungsgerät und Express-Schlingen: Um dich selbstständig sichern zu können, brauchst du ein Sicherungsgerät (auch Bremsgerät genannt) und je nach Kletterstil auch Express-Schlingen (auch Exen genannt). Das Sicherungsgerät muss mehrere Funktionen erfüllen:
    • Seil ausgeben beim Vorstieg
    • Seil einholen beim Toprope-Klettern und Nachstieg
    • Halten eines Sturzes
    • Kontrolliertes Ablassen des Kletterers durch den sichernden Partner

Zwischensicherung
Zwischensicherung

Express-Schlingen dienen dir als Zwischensicherung: Es sind zwei Karabinerhaken, die durch eine Bandschlinge miteinander verbunden sind. Einen Haken hängst du an deinem Seil ein, den anderen im Fels bzw. an der Kletterwand. Im Falle eines Absturzes kannst du nicht tiefer fallen als bis zur letzten Zwischensicherung. In Kletterhallen gibt es meist fest installierte Exen, für deine Outdoor-Klettertour brauchst du deine eigenen.

  • Kletterhelm: beim Outdoor-Klettern unverzichtbar, denn er schützt dich bei Stürzen und Steinschlägen.
  • Chalk und Chalkbag: Chalk gibt dir Grip am Fels und an der Kletterwand, weil es den Schweiß deiner Hände aufnimmt – so kannst du sicher Griff auf Griff folgen lassen, ohne abzurutschen. Chalk besteht aus losem Magnesiumcarbonat. Die Kletterkreide gibt es in einem praktisch gebundenen Stoffball, den du kneten kannst, damit deine Hände gut mit Chalk bedeckt sind. Durch die gebundene Kugelform hält sich die Feinstaubbelastung in der Halle in Grenzen – loses Chalk ist sogar in vielen Kletterhallen verboten. Deine Chalkbag kannst du an deinem Klettergurt befestigen.

Chalk und Chalkbag
@ ERDINGER Alkoholfrei
Chalk und Chalkbag

Die Basics der Klettertechnik: Worauf es beim Tritt und Griff ankommt

Klettern ist ein leiser Sport – gute Kletterer hört man kaum, wenn sie sich am Fels hochdrücken. Das liegt an einer guten Technik mit Füßen und Händen, aber auch an einem trainierten Geist, denn jeder Schritt und Tritt ist durchdacht. Eine unausgefeilte Klettertechnik oder ein falscher Tritt kosten dich hingegen viel Kraft und können dich in die Knie zwingen, bevor du an dein Ziel kommst.

Die Tritttechnik beim Klettern nennt man auch „Antreten“. Fürs Antreten brauchst du Kraft, Präzision und Koordination: Mit deiner Kraft in Beinen und Füßen erreichst du ein weiches, leises und bedachtes Antreten der Stelle, auf der du stehen willst. Du brauchst Präzision und Koordination, um den Tritt sofort zu treffen und nicht mehr nachjustieren zu müssen. Ein sauberer Antritt ist also weich, leise und sauber und spart Kraft. Das klappt natürlich nicht auf Anhieb, wenn du Kletteranfänger bist. Umso wichtiger ist es, dass du dich zu Beginn in der Kletterhalle viel ausprobierst! Kleiner Tipp: Am Anfang solltest du die Trittabstände möglichst klein halten, um beim Wechsel nicht zu viel Kraft aufzuwenden.

Bei der Grifftechnik kommt es vor allem auf die Kraft in den Fingern und der Hand an, weniger auf die Arme – obwohl die natürlich auch eine Rolle spielen. Das meiste an Energie holst du aber tatsächlich aus Rumpf und Beinen heraus. Deine Finger müssen dich vor allem sicher am Vorsprung halten können.

Raus in die Natur – erlebe Klettern als Outdoor-Event

Es steckt von Kindesbeinen an in uns – das Hochziehen, Klettern und Kraxeln auf Bäumen und Gegenständen. Doch auch für dich als Erwachsener lohnt es sich, Bergluft zu schnuppern. Dabei musst du noch nicht einmal tief in die alpinen Hotspots des Landes reisen. Es gibt fast 20 Klettergebiete in Deutschland. Übungsfelsen und kleinere Steilhänge findest du in allen Regionen Deutschlands. Allein das Naturerlebnis ist ein lohnendes Happening, das auf deinen Körper entschleunigend wirkt.

Klettern als Outdoor-Event
Klettern als Outdoor-Event

Was Klettern für deine mentale Stärke tut

Am Anfang ist da die fixe Idee. Du spielst sie in deinen Gedanken durch, und nach und nach packt dich der Ehrgeiz. Du setzt dir ein Ziel und erreichst es – durch deine eigene Körperkraft. Was für ein beflügelnder Erfolg! Da stellt sich doch die Frage: „Wenn ich das geschafft habe, schaffe ich dann vielleicht auch die nächste Hürde?“ Positive Erlebnisse, vor allem, wenn sie auf körperlicher Ebene spürbar sind, geben Selbstvertrauen und Mut. Nicht umsonst heißt es, dass man über sich hinauswächst. Auch deine Konzentrationsfähigkeit wird beim Klettern geschult. Sie ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Indem du dich auf deinen nächsten Schritt fokussierst, Risiken abwägst und dich nicht durch Störfaktoren ablenken lässt, wird dein Konzentrationsmuskel automatisch geformt.

5 Kletter-Facts, die dich sofort zum Hobby-Climber werden lassen

  • 1. Man ist nie zu alt, um aufzusteigen. Der älteste Kletterer der Welt hat mit 80 Jahren den Mount Everest bestiegen – der jüngste war übrigens 13!
  • 2. Es gibt fast 20 Klettergebiete in Deutschland. Egal, in welcher Ecke der Republik du wohnst, die nächste Möglichkeit, dich auszuprobieren, ist näher als du denkst. Eine erste Übersicht findest du hier.
  • 3. Klettern ist so individuell wie du selbst: Neben Alpin- oder Bigwall, Speed- oder Freiem Klettern gibt es noch rund zehn weitere Varianten des Kletterns. Eine davon wird auch dich packen.
  • 4. Männer und Frauen können diesem tollen Hobby gemeinsam nachgehen. Denn hier sind keine dicken Muskeln gefragt. Die Balance zwischen Kraft und Körpergewicht führt zum Erfolg.
  • 5. Ewiges Vorbereiten und jahrelanges Training wie beim Segeln und Paragliding fallen weg. Durch vielfache Übungsmöglichkeiten und eine abgestimmte Ausrüstung erreichst du recht schnell die Ziele, die du dir gesteckt hast. Deine ersten Jubeljodler warten schon auf dich.

Trau dich – der Adrenalinkick ist dir garantiert!

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