Laufen bei Hitze

Laufen bei Hitze

Was du vor, während und danach beherzigen solltest, wenn du bei Hitze läufst

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 30.04.2019

Lange Tage, kurze Nächte, flirrende Hitze. Echte Hochsommer sind Fluch und Segen zugleich. Einerseits verleihen sie uns ein unendliches Happy-Holiday-Feeling, andererseits können heiße Temperaturen ganz schön zermürbend sein. Vor allem, wenn du regelmäßig laufen gehst, dich gerade auf einen Lauf vorbereitest und dein Trainingsplan keine Pause zulässt. Denn Laufen bei Hitze ist noch einmal eine andere Herausforderung als ein lauer Frühlingslauf. Wie du trotzdem gut durch die heiße Jahreszeit kommst, erfährst du hier.

Gesund ist, was dein Körper will

Ist laufen in der Hitze grundsätzlich gesund oder nicht? Hierfür gibt es keine eindeutige Antwort. Es kommt auf deinen Trainingszustand und auf deine allgemeine körperliche Verfassung an. Die einen stöhnen, sobald das Thermometer über 25 Grad klettert, andere blühen ab 30 Grad erst so richtig auf. Prinzipiell gilt, dass trainierte Menschen besser mit großer Hitze klarkommen als untrainierte. Wenn du fit bist und dein Kreislauf stabil ist, steht deinem Training nichts im Wege.

So bereitest du dich auf deinen „Sommerlauf“ richtig vor

  • Trinke ausreichend Wasser
    Das Wichtigste, um gut zu starten, ist ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt. Daher solltest du schon vorher ausreichend trinken.
  • Vor dem Lauf schon abkühlen
    Eine lauwarme Dusche oder ein Fußbad kühlen deine Körpertemperatur herunter. So vergeht mehr Zeit, bis sich dein Körper aufheizt. Manche Sporties legen sogar ihr Laufshirt vorher ins Gefrierfach.
  • Vor dem Laufen eincremen
    Wasserfeste, ölfreie Sonnencreme oder Spray mit hohem Lichtschutzfaktor sollten alle Hautpartien bedecken, die der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.
  • Kopfbedeckung: Oben ohne oder mit?
    Ob du ein Cap oder ein leichtes Tuch auf dem Kopf tragen möchtest, ist dir überlassen. Wer eh schon dickes Haar hat, sollte so viel Luft wie möglich an den Kopf lassen. Haarlose Köpfe sind dagegen gut beraten, einem Sonnenstich vorzubeugen. Unser Körper gibt die meiste Hitze über unseren Kopf frei, daher ist es wichtig, dass sich die Hitze nicht unter der Kopfbedeckung staut.
  • Richtig outfitten
    Weniger ist mehr. Trage am besten luftige, atmungsaktive Funktionsklamotten, die den Schweiß von innen nach außen transportieren.
  • Eine gut sitzende Sonnenbrille
    Schütze deine Augen vor Fliegen, Staub und grellem Licht. Sommerliche UV-Strahlen sind die wohl größte Gefahr für deine Augen, weil sie zu irreparablen Schädigungen führen können, wie zum Beispiel dem Grauen Star.
  • Good time(s)
    Die beste Zeit für dein Training ist am frühen Morgen, wenn die Temperaturen niedrig sind und die Luft noch frisch ist. Am späteren Abend kannst du ebenfalls eine Runde drehen. Mittags solltest du das Training allerdings vermeiden.
  • Einfühlen
    Starke Temperaturanstiege sind nicht jedermanns Sache. Gib deinem Körper ein paar Tage Zeit, sich an die neue Wetterlage zu gewöhnen.
  • Aufwärmen
    Auch, wenn’s warm ist. Viele Läufer*innen verzichten im Sommer auf das Warm-up, weil sie denken, ihr Körper wäre eh schon warm. Deine Bänder, Sehnen und Muskeln sind jedoch meist unvorbereitet, verkürzt und steif. Aufwärmen ist also ein unbedingtes Muss.

Du hast alle Vorkehrungen getroffen und fühlst dich fit? Dann kann es losgehen. Hier kommen unsere Tipps, die dich während deines Trainings bei Laune halten.

Während des Laufs bei hohen Temperaturen:

  • Trinken
    Gerade bei längeren Distanzen ist es wichtig, auch während des Laufens zu trinken, damit du nicht dehydrierst. Trinke lauwarme, nicht eiskalte Getränke. Drinks wie stark verdünnte Saftschorlen oder Wasser mit einer Extra-Prise Salz liefern deinem Körper neben der Flüssigkeit auch Elektrolyte, Magnesium, Kalium und Natrium.
  • Laufe im Schatten
    Setze dich nach Möglichkeit nicht der prallen Sonne aus. Schattige Laufrouten findest du am ehesten in Parks oder im Wald.
  • Wind kann täuschen
    30 Grad und kein einziger Windzug? Klingt bullig. Doch birgt Wind bei hohen Temperaturen die Gefahr, dass wir die tatsächliche Hitze nicht spüren und so schneller austrocknen.
  • Mach langsam
    Auch wenn dein Trainingsplan etwas anderes mit dir vor hat: Tempoläufe verschiebst du besser auf kühlere Tage.
  • Zieh nicht und lass dich nicht ziehen
    Teamgefühl ist super, aber gerade auf Hitze reagiert jeder Mensch anders. Wenn dein Laufpartner also besser oder schlechter mit den Temperaturen umgeht, laufe lieber alleine.
  • Lass laufen: Schweiß ist gut
    Schwitz-Shaming ist absolut nicht angebracht. Denn ohne den Schweiß würden wir überhitzen. Schweiß kühlt. Wie viel jemand schwitzt, hat übrigens nichts mit der Fitness zu tun.
  • Achte auf deine Körpersignale
    Laufen bei Hitze bedeutet Stress für deinen Körper. Kopfschmerzen, Schwindel, ein roter Kopf, glasige Augen sind Anzeichen dafür, dass dein Körper kämpft. Nimm die Signale wahr und reagiere darauf. Abbrechen solltest du umgehend, wenn dein Kopf rot, der Bereich von der Nase abwärts um Mund, Lippen und Kinn aber blass ist.
  • Keep cool
    Halte deinen Kopf- und Nackenbereich nach Möglichkeit kühl. Dafür ziehst du einfach ein Tuch durch erfrischendes Wasser und schon erlebst du einen coolen Frischekick.
Geschafft! Und nun?

Dein Körper verlangt danach: Viel trinken! Nachdem du dich gedehnt hast, sehnst du dich wahrscheinlich nach einer kalten Dusche. Dein Organismus wäre mit dem Temperaturumschwung allerdings überfordert. Daher: Kühle dich langsam herunter. Erst die Arme und Beine mit lauwarmem Wasser nass machen, bevor du die Ganzkörperdusche genießt.

An hitzigen Tagen braucht dein Körper länger für die Regeneration als an kühleren Tagen. Lege also ruhig ein paar Tage Pause ein. Alternativ sind Radfahren, Inlinern, generell Wassersportarten und speziell Schwimmen an heißen Tagen total angesagt. Aber auch hier ist die Hauptsache, dass du genügend Wasser trinkst.

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