„Man muss bereit sein, seine Komfortzone zu verlassen – beruflich wie privat“

„Man muss bereit sein, seine Komfortzone zu verlassen – beruflich wie privat“

Zwischen Ironman auf Hawaii und Familienleben in Darmstadt – wie Profi-Athletin Daniela Bleymehl die Balance hält

Ehrgeizig, stark, Gute-Laune-Garant – Daniela Bleymehl ist eine Frau mit zig Facetten. Sie nimmt im Leben viele Rollen ein. Allen voran: erfolgreiche Profisportlerin und liebende Mutter. Für Daniela ist es ist besonders wichtig, ihre freie Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. „Bei gutem Essen oder einem Glas Wein mit den Liebsten lässt es sich abseits des Sports am besten entspannen“, findet Daniela. Sie ist ein freiheitsliebender Mensch. Für heutige leistungsorientierte Verhältnisse wird sie trotzdem schon früh Mutter. Im zarten Alter von 23 Jahren bringt sie ihren Sohn Marlon auf die Welt. Und das, obwohl sie erst ein Jahr zuvor als Profitriathletin durchgestartet ist. Heutzutage eher eine Seltenheit. Viele junge Frauen haben Bedenken, dass sich das Mutter-Werden schwer mit der Karriere vereinbaren lässt. Nicht so Daniela – sie legt zwar eine Pause nach der Geburt ihres Sohnes ein, startet dann aber sehr schnell wieder mit einem strukturierten Trainingsalltag und es folgen zahlreiche Siege – Deutsche Meisterin im Triathlon 2014, Ironman auf Mallorca 2015, Ironman in Hamburg 2017, Ironman in Italien 2018, Challenge Roth 2018 und weitere herausragende sportliche Leistungen.

Lebenstraum Profisport – so fängt alles an

„Verrückt, 2021 bin ich schon 20 Jahre im Leistungssport dabei – und das immer noch mit der gleichen Leidenschaft wie zu Beginn“, staunt Daniela. Durch ihren Vater kommt sie zunächst zum Schwimmen, mit elf Jahren startet sie dann ihren ersten Triathlon.

Lebenstraum Profisport – so fängt alles an

„Ich habe Triathlon von Anfang an sehr ehrgeizig und leistungsorientiert betrieben. Dass ich mein größtes Hobby zum Beruf machen würde, hätte ich aber niemals gedacht.“

Doch genau dazu kommt es, als Daniela Bleymehl 2009 zum ersten Mal eine Profilizenz für einen Ironman erwirbt. In Cancún erreicht sie den zweiten Rang auf der Mitteldistanz. Von da an betreibt sie ihre liebste Sportart als Profi. „So wurde mein persönlicher Traum wahr. Ich hab mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Mit 25 Jahren ist Daniela dann in das Team ERDINGER Alkoholfrei gewechselt. „Für meine Karriere im Hochleistungssport war das ein richtiger Push.“ Sohn Marlon war da gerade zwei Jahre alt. „Ich war also nicht nur im Sport gefordert, sondern auch zu Hause.“ Ein zeitlicher Spagat für die junge Mutter.

Der Spagat zwischen Profisport und Familie

Der Spagat zwischen Profisport und Familie

Superwichtig also: die richtige Balance zwischen Leistungssport und Familienleben. „So wie jede berufstätige Mutter bin auch ich mit meinen Aufgaben gewachsen. In die verschiedenen Rollen zu finden ist ein Prozess. Es braucht, wie alles im Leben, seine Zeit und verläuft nicht immer geradlinig. Noch dazu bin ich absolute Perfektionistin, es fällt mir schwer Abstriche zu machen, egal ob beruflich oder privat.“ Über die Jahre hat sie aber die Erfahrung gemacht, dass dieser Spagat zwischen Profisport und Familie besser funktioniert, wenn man sich von der Erwartungshaltung löst „immer und überall 100 Prozent geben zu müssen“. Ihre persönliche Erkenntnis:

„Nimmt man sich selbst den Druck, überall perfekt sein zu müssen, dann funktioniert es gleich viel besser.“

Alltägliche Challenges gibt es für die ausgeglichene Triathletin natürlich weiterhin. Der Leistungssport hat für Daniela Bleymehl zwei Seiten der Medaille. So sehr sie es liebt, durch den Sports auf Reisen zu sein und neue, spannende Orte zu entdecken, so sehr ist es für sie auch jedes Mal ein Verzicht auf ihr Zuhause, ihre Freunde und meist auch ihre Familie. Eine der größten Herausforderungen für Daniela. Bescheiden rudert die Leistungssportlerin aber immer wieder zurück und betont, dass es „Jammern auf hohem Niveau ist und jeder Beruf Herausforderungen und Schwierigkeiten mit sich bringt“. Daniela schätzt sich glücklich, dass sie aktuell keiner anderen Beschäftigung nachgehen muss. „Ich kann mir jeden Tag frei einteilen, dadurch kann ich das meiste Training und sonstige Termine wahrnehmen, wenn Marlon in der Schule ist. Schreibtisch- und Büroarbeit erledige ich dann meist abends.“ Dass ihr Sohn Marlon gesund und aktiv aufwächst, ist Daniela besonders wichtig. „Wir wollen ihm als Eltern einen vielseitigen Lebensstil vorleben.“ Für Daniela und ihren Mann ist es dabei aber nebensächlich, ob Marlon die gleiche Leidenschaft für den Triathlon teilt. Der Spaß soll im Vordergrund stehen und den hat Marlon zur Zeit beim Fußball. Sport und Familie – beides sehr wichtige Lebensbereiche für Daniela, wobei die Familie natürlich immer die höchste Priorität hat. Wird ihr Sohn beispielsweise einmal krank, so ist es wie bei jeder anderen berufstätigen Mutter:

„Am Ende des Tages ist es nur Sport und es gibt so vieles im Leben, das wichtiger ist!“

Profisportlerin und Mutter – für viele Frauen ein Vorbild

Profisportlerin und Mutter – für viele Frauen ein Vorbild

Daniela Bleymehl ist schon längst ein Vorbild für viele Frauen. Als junge Mutter und Profisportlerin die beruflichen und privaten Herausforderungen zu meistern, sorgt für Bewunderung. Daniela sieht es selbst als „eines der schönsten Komplimente, das man bekommen kann“. Zu hören, dass man andere motiviert oder sogar ein Vorbild ist, schmeichelt ihr sehr. Wenn man bereit ist, seine eigene Komfortzone zu verlassen, dann kann man alles schaffen, was man will, da ist sich Daniela sicher. Ein entsprechendes Umfeld und hin und wieder ein Quäntchen Glück sind zwar manchmal sehr hilfreich, unterm Strich ist aber jeder für seinen Weg selbst verantwortlich. Ihr Motto ist daher:

„Aspire to climb as high as you can dream!“

Daniela Bleymehl ist ein Mensch, der vor Optimismus nur so strotzt, aber trotzdem nicht die Realität aus den Augen verliert. Ihr positives Mindset begleitet sie dabei tagtäglich: „Man darf nie aufhören an sich selbst zu glauben. Seinen Weg stets zu hinterfragen ist gut, hin und wieder sind sogar Zweifel wichtig, aber das Vertrauen in sich selbst darf man dabei nie verlieren.“

Aspire to climb as high as you can dream!

Daniela Bleymehl brennt für den Triathlon, das wird schnell deutlich. Sie ist sich sicher, sie wird dem Profisport noch eine Weile erhalten bleiben, es erfüllt sie. Über die Jahre hat sich der Sport stark weiterentwickelt, stellt die Profitriathletin bewundernd fest. „Die Leistungsdichte steigt unheimlich, es gibt keine schwach besetzten Rennen mehr, bei denen man einfach hingeht und gewinnt. Es kommen immer mehr schnelle Damen – natürlich auch Herren – nach und das ist sehr schön und motivierend zu sehen. Das ist eine positive Entwicklung, gerade für Frauen“, stellt Daniela optimistisch fest. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es immer mehr Frauen gibt, die sich selbstbewusst dazu entscheiden, die Sportart, die ihnen gefällt, zu einem ihrer Lebensinhalte zu machen.“

Daniela bestärkt Frauen, für ihren Traum einzustehen. Die Entscheidung muss nicht immer lauten: Karriere oder Familie. Beides ist möglich – Daniela Bleymehl ist dafür das beste Beispiel.

Bleymehl ist dafür das beste Beispiel

Gedanken darüber, was nach der Zeit im Leistungssport kommt, beschäftigen Daniela natürlich auch. Konkrete Pläne hat sie allerdings noch nicht. Ein paar Ziele möchte sie im Leistungssport noch erreichen: „Den einen oder anderen Ironman gewinnen und mich auch auf Hawaii von den Top Ten in die Top Five entwickeln. Das Wichtigste ist für Daniela Bleymehl: „Definitiv die Gesundheit und die Freude am Sport, die nie verloren gehen darf, egal ob erfolgreich oder nicht.“

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 10.03.2020