Rennrad für Einsteiger

Rennrad für Einsteiger

Was dein erstes Rennrad braucht und was nicht

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 19.04.2018

Anders als beim Yoga oder Laufen brauchst du fürs Rennradfahren erstmal elementares Equipment: Das Rennrad. Da du aber ohne Erfahrung anfangs nicht wissen kannst, wie das aussehen soll, worauf es ankommt oder was deine Bedürfnisse sind oder sein werden, kriegst du hier ein paar Faustregeln an die Hand, die dir bei der Suche nach dem ersten Rennrad helfen können.

1. Stadt, Land, Sport: Wann brauchst du dein Rad?

Als erstes solltest du folgende Frage klären: Wofür möchtest du dein Rennrad verwenden? Soll es ausschließlich ein Sportgerät sein, mit dem du Strecke machst, oder soll es auch ein Gebrauchsgegenstand sein, mit dem du zum Beispiel zur Arbeit fahren kannst? Davon hängt maßgeblich ab, wie der Rahmen gebaut sein sollte. Für ein Rennrad, das auch Stadtrad ist, bietet sich ein klassischer Stahlrahmen an. Diese sind stabil und halten viel Gebrauch aus, man kann aber auch sportlich damit fahren. Für das reine Rennradfahren sind leichtere Materialien wie Carbon oder Aluminium passender.

2. Mit wie viel du rechnen musst: Das Budget

Ein Rennrad kann einige hundert Euro kosten oder auch sehr viele hundert. Speziell als Anfänger mit kleinem Budget musst du nicht sofort das Non-Plus-Ultra-Rennrad der Extraklasse kaufen, sondern kannst auch nach gebrauchten Rädern schauen. Es gibt viele Angebote, die dich nur 300 oder 400 Euro kosten und ebenso hochwertig sein können wie ein neues Rad. Wenn der Spaß am Sport bleibt, kannst du auch nach einiger Zeit aufrüsten. Besonders, wenn der Rahmen für dich stimmt (wir meinen wirklich den Fahrradrahmen, Punkt 3), kannst du um ihn herum andere Teile mit der Zeit austauschen (Punkt 6) und so dein Rennrad langsam aufrüsten.

3. Einen Rahmen finden: Besonders wichtig für den Start

Der Rahmen hält das Rennrad zusammen, ist aber nur ein Teil von vielen. Stell dir dein Rennrad eher als ein modulares System vor, das du jederzeit ändern und verbessern kannst. Der Rahmen ist einer dieser Teile, aber für den Anfang der wichtigste. Hier musst du besonders darauf achten, wie er auf deinen Körper abgestimmt ist.

Welche Rahmengröße brauche ich?

Lasse dich hierfür am besten ausmessen: Für die Rahmenhöhe brauchst du deine Schritthöhe (Beininnenseite) und für die Rahmenlänge (auch Oberrohrlänge) die Länge deines Oberkörpers. Du kannst dich auch selbst ausmessen, aber wenn es jemand anderes macht (idealerweise ein Experte in einem Fachgeschäft) wird es genauer! Die Rahmenhöhe ergibt sich dann aus Schrittlänge x 0,665, und bewegt sich in einem Bereich zwischen ca. 47 cm und 64 cm (für Körpergrößen zwischen 1,55 und 2 Metern). Wichtig ist, dass du wirklich die ganze Innenseite des Beines misst. Hierfür bietet es sich an, eine Wasserwaage zu verwenden, die du zwischen die Beine klemmst. Die Oberrohrlänge liegt meist zwischen 50 und 60 cm und ergibt sich aus Armlänge plus Rumpflänge. Das Ergebnis kannst du in einer Tabelle nachschauen.

Neben der Größe gibt es noch drei weitere Faktoren, die die Rahmenauswahl bestimmen: Geometrie, Steifigkeit, Gewicht. Alle drei Punkte hängen stark vom Material des Rahmens ab. Hier gilt: Nichts ist unbedingt besser oder schlechter, sondern abhängig von der Art der Benutzung (Punkt 1), Vorlieben und wie groß das Budget ist (Punkt 2). Lass dich auf jeden Fall beraten.

4. In die Pedale treten: Das Rennrad ausprobieren

Auch wenn du dich dafür entschieden hast, ein Rad aus zweiter Hand zu kaufen: Probiere es in jedem Fall vorher aus! Oder mach einen Abstecher ins Fachgeschäft, lass dich beraten und frag, ob du die Räder zur Probe fahren kannst. Du wirst dann einfach merken, welches Modell dir am meisten Spaß macht und sich am bequemsten fährt, welches Material sich gut anfühlt und „wie es sich sitzt“.

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5. Mit Gefühl: Dein Rad muss auch gefallen

Hierfür ist das Ausprobieren und Anfassen unabdingbar: Die Freude an dem Rad! Du wirst viel Zeit auf und mit deinem Rennrad verbringen, es steht wahrscheinlich in deiner Wohnung oder wird an deiner Wand hängen.

Kurz: Du wirst das Fahrrad oft sehen, tragen und verwenden, und da sollte es ein Objekt sein, das dir gefällt und Freude bereitet.

Wenn du Räder ausprobierst, fahre sie nicht nur, sondern nimm das Rad auch mal auf die Schulter. Schau, wie es sich tragen lässt und auch, ob es dir optisch gefällt. Ein schönes Rad kann auch motivieren, wenn es draußen mal etwas grauer ist.

6. Feine Teile: Was dein Rennrad erstmal nicht muss

Rennräder sind auch etwas für Bastler: Wie oben beschrieben, kannst du dein Rad jederzeit aufrüsten, umrüsten und anpassen – so, wie es dir gefällt. Es gibt Fahrteile von Pedalen über Kurbeln, Kassetten, Schaltwerk, Lenker, Vorbau, Steuerlager und vielem mehr. Mit der Zeit und dem Training wird das alles wichtiger, und du wirst vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas verbessern wollen. Für dein erstes Rennrad gilt aber: Schau, dass die Rahmenhöhe stimmt, dass du gut sitzt und vor allem Spaß an dem Rad hast.

Die Ausstattung und Qualität der Teile ist etwas, womit du dich später intensiv beschäftigen und worauf du dich freuen kannst.

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Radfahren
Das Radsport-Glossar

Auch wenn das Rennrad natürlicherweise unabdingbar zum Radfahren ist, gibt es noch weiteres Equipment, das du dir anschaffen solltest. Allem voran der Helm, den du, egal ob in der Stadt oder beim Sport, unbedingt tragen solltest. Und bevor du dich zu sehr in die Optimierung deines Equipments stürzt: Nutz’ die Zeit lieber, um nach interessanten, anspruchsvollen oder entspannten Strecken in deiner Nähe zu suchen, und nach ein paar Leuten, mit denen du in einer Gruppe fahren kannst. Das motiviert!

Was Radfahren mit der Seele zu tun hat und alles Wissenswerte zum Radsport erfährst du auf unserer Themenseite.

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