3 Rollentrainer fürs Rennrad im Überblick

3 Rollentrainer fürs Rennrad im Überblick

Und was du außerdem für dein Indoor-Radtraining brauchst

Bei der Auswahl des richtigen Rollentrainers fürs Rennrad kannst du eigentlich nicht viel falsch machen, denn es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Rollenarten – eine davon ist allerdings nur für wirklich erfahrene Amateur-Radsportler und Profis zu empfehlen. Und dann sind da noch die Trainingssoftwares mit aufwendig gestalteten 3D-Welten, die den Indoor-Radsport modernisiert haben.

Was ist ein Rollentrainer? Und wer braucht einen Rollentrainer?

Der Rollentrainer habt einen großen Vorteil: Ihr könnt euer eigenes Fahrrad zum Training nutzen. Das bedeutet, dass das Training auf einem Rollentrainer viel realistischer ist. Euer Rennrad ist speziell auf euch eingestellt, die Trittfrequenz auf alle Faktoren abgestimmt. Das ist auf einem Ergometer oder anderen Trainingsgeräten nicht möglich. Dazu kommt, dass viele Rollentrainer sehr einfach zu transportieren sind. Ihr könnt sie mit ins Trainingslager, in den Urlaub oder auch zu Wettkämpfen und Turnieren mitnehmen. Es gibt auch Rollentrainer, die Daten aufzeichnen. Die werden in der Branche interaktive Rollentrainer oder Smarttrainer genannt.

Die Rolle mit Direktantrieb: Rennradfahren ohne Hinterrad

Eine Radsportlerin trainiert auf einem Rollentrainer mit Direktantrieb.
© Simon Hoffmann

Für das Fahren mit Direktantrieb, heutzutage oft Smarttrainer genannt, baust du das Hinterrad aus und fixierst dein Rennrad mit dem Hinterbau auf der Rolle. Hinterrad demontieren? Klingt erstmal aufwendig, ist aber gar nicht so schwer. Oftmals werden Schnellspanner oder Steckachsen verwendet, die das Herausnehmen des Hinterrades vereinfachen. Ein Tipp: Sorge dafür, dass die Kette vorne auf dem größten und hinten auf dem kleinsten Ritzel liegt. Die Montage an der Rolle mit Direktantrieb kann je nach Hersteller unterschiedlich sein, aber es gibt etliche YouTube-Videos, die dir helfen werden. Ein Ritzelpaket wird meistens mitgeliefert, sodass du dein eigenes nicht demontieren musst. Achte aber darauf, dass das mitgelieferte Ritzelpaket deinem eigenen ähnelt.

Der Smarttrainer bietet drei entscheidende Vorteile gegenüber der normalen festen Rolle:

  • 1. Du hast keinen Reifenverschleiß.
  • 2. Das Gerät ist deutlich leiser, sodass du auch spät abends trainieren kannst, ohne jemanden zu stören.
  • 3. Du kannst über verschiedene Programme, wie z.B. Zwift oder Rouvy, über das Internet in virtuellen Welten unterwegs sein, kannst dein Training bereits im Vorfeld genau programmieren und deine Leistung bestimmen. Allerdings ist dieses Gerät um einiges teurer (ab 550 Euro) als der klassische Rollentrainer.

Die Freirolle für sehr erfahrene Radsportler

Hier ist viel Koordination und Technik gefragt. Die Freirolle gibt dir ein realistisches Fahrgefühl – du musst dein Rennrad nirgends einspannen, sondern fährst „frei“ auf einer beweglichen Rolle. Sie hat drei Walzen, die durch einen Treibriemen miteinander verbunden sind. Das Hinterrad liegt auf zwei Walzen auf, die das Rennrad stabilisieren, das Vorderrad wird von der vorderen Walze gestützt. Um stabil auf der Freirolle zu trainieren, musst du immer eine Mindestgeschwindigkeit fahren, ansonsten kann es passieren, dass du mit deinem Rennrad umkippst oder wegrutschst – also lieber Finger weg, wenn wenn du Wert auf etwas mehr Halt legst oder dir das nicht zutraust. Übrigens: Wenn du gezielt deine Koordination trainieren möchtest, findest du hier 7 nützliche Facts für Koordinationstraining.

Simulation im Wohnzimmer

Klar fehlt beim Rollentraining ein wenig die Abwechslung der Natur. Gegen Langeweile auf dem Rollentrainer gibt es Online-Plattformen wie Zwift oder Bkool, die im letzten Jahr einen richtigen Hype ausgelöst haben. Über die Software kannst du virtuell simulierte Originalstrecken fahren und dich mit anderen Radsportlern zusammentun und vergleichen.

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Zusätzliches Equipment für dein Rollentraining mit dem Rennrad: 4 Dinge, die du brauchst

1) Ein Unterstellblock für das Vorderrad – den benötigst du für die feste Rolle und die Rolle mit Direktantrieb,damit das Rennrad nicht nach unten geneigt ist und du in einer normalen Sitzposition trainieren kannst – häufig ist das beim Kauf bereits dabei. Apropos Sitzposition: Erfahre hier mehr über Aerodynamik bei Rennradfahren.

2) Ein Schweißfänger – denn der Schweiß läuft beim Indoortraining stärker als draußen bei Fahrtwind. Den Schweißfänger spannst du zwischen Sattelstütze und Lenker ein und schützt so deine Radkomponenten vor Korrosion durch Schweiß. Du kannst aber auch ein Handtuch über Rahmen und Lenker legen, das schützt genauso gut.

3) Eine Trainingsmatte – sie dämpft die Geräusche der Rolle und schützt deinen Fußboden. Und deine Nachbarn.

4) Ein Trainingsreifen – allerdings brauchst du diesen nur bei der festen Rolle. Er ist kein Muss, lohnt sich aber, wenn du sehr viel Indoortraining machst und Verschleiß an deinem eigentlichen Rennradreifen verhindern willst.

Indoor-Rennradtraining mit einem Rollentrainer ist der perfekte Weg, um dich auch bei schlechtem Wetter, vor allem in den Wintermonaten, fit zu halten. Das Rollentraining wird mittlerweile aber auch in anderen Jahreszeiten genutzt, weil sich Intervalle und kurze, harte Einheiten präziser steuern lassen.

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