Carven, Parallelschwung & Co.: Welche Skitechnik passt zu dir?

Carven, Parallelschwung & Co.: Welche Skitechnik passt zu dir?

Aus einem Berg von Skifahrstilen helfen wir dir, den richtigen für deinen nächsten Winterurlaub zu finden!

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 17.01.2020

Eine Sportart – viele Möglichkeiten! Skifahren ist vielfältiger, als du vielleicht zunächst denkst! Je nach Erfahrungsgrad, Ausrüstung und Piste gibt es passende Stile für jeden. Finde hier den richtigen für deinen nächsten Skiurlaub – let’s go skiing!

Ob du entspannt die Piste hinuntergleiten, rasante Kurven für den ultimativen Adrenalinkick fahren oder eine Buckelpiste als deine neue Herausforderung testen willst: Egal ob Profi, Fortgeschrittener oder Anfänger, für jedes Skilevel ist etwas dabei. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, um vom schneebedeckten Berg zurück ins Tal zu gelangen. Schau dir die verschiedenen Skifahrstile an und probier deinen Favoriten im nächsten Winterurlaub selbst einmal aus.

Skitechnik #1: Pflugfahren

Gerade zum Einstieg in die Welt des Skifahrens ist das Pflugfahren ein beliebter Fahrstil. Dabei bildest du mit deinen Skiern ein umgedrehtes V, also Skispitzen zusammen und die Enden weit auseinander. Die Innenkanten der Skier bohrst du in den Boden und dein Gewicht verlagerst du nach vorne. Durch diese Haltung nimmst du beim Skifahren nicht so schnell Geschwindigkeit auf und kannst dich somit langsam an das Fahren auf Skiern gewöhnen. Um mit dieser Technik Kurven zu fahren, musst du entweder den rechten oder den linken Ski belasten. Das Pflugfahren ist also perfekt für Anfänger. Doch auch Fortgeschrittene und Profis nutzen diesen Fahrstil gerne, um kontrolliert bremsen zu können. Bei sehr steilen Abhängen kann das Pflugfahren allerdings nicht mehr als Bremstechnik herhalten, du solltest hierbei den Fahrstil wechseln und Kurven fahren.

Fazit:
Pflugfahren ist die perfekte Technik für deinen Einstieg in das Skifahren oder als Bremstechnik für den fortgeschrittenen Skifahrer.

Wenn du auf der Skipiste jemanden laut „Pizza“ rufen hörst, dann bedeutet das nicht zwangsläufig, dass er Hunger hat – gemeint ist die V-Stellung der Ski, die an ein Pizzastück erinnert.

Skitechnik #2: Nordic Cruising

Der Stil für den entspannten Skifahrer. Skilanglauf in modern und mit dazu passendem Namen könnte man sagen. Es ist ähnlich wie das Nordic Walking, das gleichmäßige Gehen mit Stöcken. Nur gleitest du beim Nordic Cruising entspannt mit deinen Skiern über den glitzernden Schnee dahin. Dafür gibt es spezielle Nordic Cruising Ski, die 20 cm kürzer sind als die Langlaufski und eine breitere Standfläche haben. Damit sind sie wendiger und gewährleisten bei leichten Abfahrten mehr Standfestigkeit als die Langlaufski. Nordic Cruising ist perfekt geeignet für Skianfänger, Naturliebhaber und Wintersportler, die ihren Alltag entschleunigen wollen. Doch auch wenn Nordic Cruising zu den entspannteren Skifahrstilen gehört, solltest du die körperliche Betätigung nicht unterschätzen. 95 Prozent deiner Muskulatur werden beansprucht, darunter hauptsächlich Beine, Po, Arme und generell der Oberkörper. Es ist ein ideales Herz-Kreislauf-Training und beugt Bluthochdruck, Diabetes und Infarkten vor.

Fazit:
Nordic Cruising ist ideal, um die Natur um dich herum zu genießen oder es mal entspannter angehen zu lassen. Für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis gleichermaßen geeignet.

Fit in die Skisaison

Damit dein Körper fit für die nächste Skisaison ist, solltest du ihn vorbereiten. Trainiere Kondition und Muskelkraft, um das Risiko für Verletzungen zu senken und einen starken Muskelkater zu verhindern. Baue daher am besten mindestens vier Wochen vor deinem Winterurlaub Übungen zur Skigymnastik in deinen Alltag ein!

Skitechnik #3: Parallelschwung

Jetzt kommen wir langsam zum advanced Level im Skifahren. Beliebt bei fortgeschrittenen Fahrern ist meist der Parallelschwung. Dieser bietet sich bei steileren Hängen an. Er besteht daraus, Kurven zu fahren, wodurch du die Geschwindigkeit besser kontrollieren kannst. Besonders wichtig sind bei diesem Skifahrstil die Skistöcke, diese kommen besonders in den Kurven zum Einsatz. Eine richtige Körperhaltung ist essenziell. Deine Ski stehen eng und parallel zueinander. Zunächst beugst du deine Knie leicht und kippst deinen Oberkörper etwas nach vorne. Dann kommt die sogenannte Vorhochbewegung, bei der du deinen Oberkörper nach vorne und oben bewegst. Jetzt kommt der eigentliche Trick: Am höchsten Punkt der Bewegung musst du die Ski umkanten, bedeutet: Du wechselst die Belastung von einem Ski zum anderen. Dann bewegst du deine Knie langsam wieder Richtung Berg und knickst sie wieder etwas ein. Voilà! Dein erster Parallelschwung! Mit der gleichen Bewegungsabfolge geht es jetzt mit schwungvollen Kurven den Berg runter. Übe zunächst auf flacheren Pisten und steigere dich dann langsam hin zum steilen Abhang.

Fazit:
Wenn du schon erfahrener im Skifahren bist, dann probier den Parallelschwung gerne aus. Er ist ideal für ein kontrolliertes Fahren durch schwungvolle, elegante Kurven.

Skitechnik #4: Carven

Carven ist auch bekannt als Königsdisziplin unter den Skifahrstilen. Für das Carven brauchst du spezielle Carving-Ski, die eine stärkere Taillierung, somit eine breite Schaufel und ein breites Ende, haben. Die Form der Ski sorgt für eine bessere Stabilität bei langgezogenen Schwüngen auf der Kante. Richtig ausgeführt rast du in schnittigen Kurven den Berg runter, Geschwindigkeit ist hierbei der Schlüssel. Die Kurven leitest du beim Carven aus den Beinen heraus ein, indem du die Innenkanten des Außenskis belastest. Knie, Hüfte sowie Körperschwerpunkt wandern dabei Richtung Kurvenmitte. Ein seitliches Wegrutschen kannst du verhindern, indem du deine Hüfte seitlich Richtung Hang schiebst. Du legst dich beim Carven quasi in die Kurve wie ein Motorradfahrer auf einer kurvigen Straße.

Das Wort Carven leitet sich vom englischen Wort „carve“ ab und bedeutet „schnitzen“. Wenn du den Skifahrstil beherrschst, schnitzt du klare Linien mit den Kanten deiner Ski in den Schnee.

Das Carven gilt als ästhetischer Skifahrstil, der Adrenalin durch hohe Geschwindigkeit und enge Kurven erzeugt. Das Fahren mit geschnittenen Schwüngen auf der Kante ist mittlerweile nicht mehr nur den Profis vorbehalten. Jedoch solltest du dich als Anfänger im Skisport zunächst darauf konzentrieren, ein Gefühl für deine Skier zu entwickeln.

Fazit:
Carven ist etwas für die Geschwindigkeitsliebhaberin und den fortgeschrittenen Skifahrer.

Skitechnik #5: Buckelpistenfahren

Du hast schon viel Erfahrung im Skifahren und die gängigen Fahrstile auf ebenen Pisten beherrschst du? Dann probier dich doch mal am Skifahren auf einer buckligen Fahrbahn aus.

Doch wo kommen die ganzen Hügel auf den Buckelpisten eigentlich her? Die bis zu 100 cm hohen Erhebungen aus Schnee entstehen auf Pisten, die nicht präpariert, aber häufig befahren werden.

Dadurch bilden sich tiefe Spurrillen und der abgetragene Schnee formt dann die Buckel. Wenn du dich an so eine Piste rantraust, dann achte auf folgende Dinge: Zwischen deinen Skiern und dem Boden sollte immer Kontakt bestehen. Deine Beine sind zusammen und deine Knie-, Hüft- und Fußgelenke sind leicht gebeugt. Von dieser Position aus slidest du in einer Auf- und Abbewegung über die Buckel. Auf dem Hügel gleichst du mit deinen Beinen die Erhebung aus, indem du deine Beine etwas anziehst und dich in eine leichte Squatposition begibst. Dabei sollten deine Knie nicht über deine Füße hinausragen. Für deine Beine und besonders deine Knie ist dieser Skifahrstil eine relativ hohe Belastung. Um sie darauf vorzubereiten, fang am besten circa zwei Monate vorher mit Übungen aus der Skigymnastik an. Klingt in der Theorie recht easy, sollte jedoch in der Praxis nicht unterschätzt werden. Buckelpistenfahren ist nicht für jeden etwas. Wenn du zu Kniebeschwerden neigst, dann probiere dich lieber an einem der anderen zahlreichen Skifahrstile. Neben deiner guten körperlichen Verfassung ist auch eine ausreichende Vorbereitung essenziell. Plane vorher in Ruhe deine Route und die ersten Schwünge. Am besten startest du vom Zenit eines Buckels aus und fährst nicht direkt auf die Piste ein. Somit kannst du den Bewegungsablauf unter möglichst geringer Geschwindigkeit beginnen und deinen Rhythmus finden.

Fazit:
Buckelpistenfahren ist etwas für die Pros im Skifahrbusiness, die neue Herausforderungen suchen und sich an unebene Pisten rantrauen.

Buckelpisten mit Nervenkitzelpotenzial:

Jetzt kann’s losgehen in den nächsten Skiurlaub! Vielleicht probierst du aber noch eine ganz andere Wintersportart aus? Wofür du dich auch entscheidest – viel Spaß im Winterwonderland!

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