Was ist Stress und woher kommt er?

Was ist Stress und woher kommt er?

Stress(management) aus der evolutionären Perspektive betrachtet

Viele Menschen denken, dass es positiven und negativen Stress gibt. Das stimmt nicht ganz, denn die Stressachse verändert sich nicht, nur das, was danach und zusätzlich passiert. Es kommt vor allem auf die Dauer an und was auf den Stress folgt. Könnte man Stress also so beeinflussen, dass er uns gesund anstatt krank macht? Dafür nehmen wir zusammen mit Daniel Reheis, Buchautor und Gründer der Firma art’gerecht, eine evolutionäre Sicht auf das Thema Stress ein. Erfahre, was bei Stress im Körper abläuft und wie du mit einer gesunden Ernährung, Bewegung und Saunagängen krankmachende Stressreaktionen reduzieren kannst. Wir verraten dir warum Stressmanagement heutzutage besonders wichtig ist.

Stressmanagement: Was genau ist Stress?

Stress ist bei uns in den meisten Fällen mit negativen Gedankengängen verbunden. Zeitdruck, Anspannung, Terminhetze: „Ich muss noch…“. In der Konsequenz fühlen wir uns ausgelaugt, überbeansprucht und schlichtweg unzufrieden. Kein Wunder, dass diese negative Art von Stress (Distress) auf Dauer krank macht. Das Schlimme: Diesem anhaltenden Stress (z.B. Hypothek, Familie, Arbeit, Lärm oder auch Wettkampfsaison) können wir nicht entfliehen. Dadurch kommt es ohne Phasen gezielter Entspannung zu einer permanenten Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol. Da diese Gewebe abbauen, um Energie für Kampf oder Flucht zu liefern, werden Schäden am gesamten Körper herbeigeführt. Schlimmer noch: Werden Substanzen zu oft ausgeschüttet, verlieren sie zusehends ihre Wirkung. Der Organismus wird resistent. Dann kann beispielsweise Cortisol das Immunsystem nicht länger ausreichend hemmen. Es kommt zu chronischen Entzündungen wie unter anderem dem „Runners Knee“. Langfristig kann chronischer Stress Psyche und Körper überfordern und schlimmstenfalls zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

„Bewegung ist auch Stress – aber zeitlich begrenzt. Es geht um genau diese Unterscheidung von zeitlich begrenztem und langfristigem Stress, dem wir nicht entfliehen können.“ Daniel Reheis, Buchautor und Gründer der Firma art’gerecht

Da Stress oft mit Angst verbunden wird, hat er auf manche Sportler eine stark hemmende Wirkung. Eine Wettkampfsaison kann so zur Stresshormon-Dauerbelastung werden. Die Folge: erhöhte Infekt- und Verletzungsanfälligkeit gepaart mit schlechterem Schlaf und verminderter Regeneration. Eine Katastrophe. Der Stress wird schließlich zum Feind erklärt. Was der Körper aber dringend braucht sind bewusste Regenerationsphasen und gesunder Schlaf. Stressmanagement ist die Basis für einen aktiven, fitten Körper.

Stressreaktionen können auch positive Effekte haben

Dabei vergessen wir, dass Stress auch positiv wirken und die Ausschüttung der Stresshormone in einem gewissen Rahmen sogar leistungsfähiger machen kann. Schon morgens werden wir mit einer Stressreaktion aufgeweckt. Und vor einem Wettkampf sollte die Anspannung einen Sportler beflügeln und Höchstleistungen ermöglichen.

Starke Vorteile im Team ERDINGER Alkoholfrei
Starke Vorteile im Team ERDINGER Alkoholfrei

Das Team vergibt Freistarts bei zahlreichen Veranstaltungen. Dazu zählen die hochkarätigen Marathonläufe in Berlin und Hannover oder die Triathlon-Highlights in Hamburg und Köln.

Welche Stressfaktoren managen wir heutzutage?

Die Stressregulation geht vom zentralen Steuermodul des Gehirns, dem Hypothalamus, aus und resultiert letztlich darin, dass in den Nebennieren die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet werden.

Stressfaktoren Infografik
© ERDINGER Alkoholfrei

Cortisol beispielsweise macht, dass wir wach werden und hilft bei der Energiebereitstellung. Dieser Vorgang wurde evolutionär betrachtet immer dann ausgelöst, wenn es darum ging, unser Überleben zu sichern. Konkret im Fall von Hunger, Durst, Kälte, Hitze oder bei natürlichen Gefahren. Eine adäquate Reaktion unseres Körpers, damit unser Gehirn in stressigen Situationen die richtige Entscheidung trifft. Kurzfristiger Stress erhöht daher unseren Stoffwechsel und befähigt uns zu Höchstleistungen. Nur so energiegeladen war es uns möglich, vor wilden Tieren zu flüchten, gegen Feinde zu kämpfen oder auf Nahrungssuche zu gehen. Zum Überleben mussten wir uns notgedrungen bewegen. Und wie! Durch die Bewegung wurden die Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin im Blut wieder abgebaut und wir konnten uns nach der Flucht, dem Essen o. Ä. wieder entspannen. Hier liegt neben der Dauer das zweite Hauptproblem von modernem Stress: Er hat keine Bewegung zur Folge.

„Stress hat früher dazu geführt, dass wir aktiv wurden. Heute ist es so, dass moderner, chronischer Stress uns lähmt.“ Daniel Reheis, Buchautor und Gründer der Firma art’gerecht

Mittlerweile hat sich unser Lebensstandard stark gewandelt. Um die alten Stressfaktoren müssen wir uns schon lange keine Sorgen mehr machen. Dafür gibt es zahlreiche neue Stressfaktoren, die für unseren Körper problematische Folgen haben, v.a. dann, wenn diese zu oft vorkommen oder zu lange andauern. Daher ist Stressmanagement heutzutage wichtiger denn je.

Neue Stressfaktoren:
  • Hohe Mahlzeitenfrequenz, Kohlenhydratreiche Mahlzeiten, zu viel Linolsäure (Omega 6), Junk-Food
  • Handy, TV, Zeitungen, Internet
  • Autofahren, Bewegungsmangel
  • Dauerlärm
  • Hypothek, Aktien, Finanzen, Beruf

Evolutionär gesehen ist unser Körper für derartige überdauernde (Stress-)Situationen nicht ausgelegt. Diese chronische Anspannung führt zu niedriggradigen Entzündungen und einem reduzierten Grundstoffwechsel. Nicht selten geht Stress daher unmittelbar mit Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen einher.

Warum Stress Übergewicht begünstigt

Dass Stress zu Übergewicht führen soll, ist eigentlich paradox. Schaut man sich die biologische, überlebenswichtige Stressreaktion nämlich genauer an, wird schnell klar, dass dafür Energie benötigt wird und folglich Fett verbrannt und nicht eingelagert werden müsste. Für genau diesen Vorgang ist das Cortisol verantwortlich: Es stimuliert den Abbau von Fett aus den Fettzellen, damit es in Energie umgewandelt werden kann. Eine gesunde Stressachse führt deshalb auch zu einem gesunden (Fett-)Stoffwechsel.

Problematisch wird es, wenn die Stressachse dauerhaft aktiv ist. Das hat zur Folge, dass die Energiezufuhr für nicht überlebenswichtige Organe stark reduziert und durch die chronische Aktivierung des Immunsystems der Grundverbrauch an Kalorien generell gesenkt wird. Zugleich reagiert der Körper „gelassener“ auf den Dauerstress und transportiert nicht mehr so viel Energie in unser Gehirn. In Konsequenz versucht der Körper, den Verlust der Hirnleistung dadurch zu kompensieren, dass er den Appetit anregt und wir nehmen mehr Nahrung zu uns. Wieder Stress. Ein Teufelskreis.

Um dieser Negativspirale zu entfliehen, gibt es verschiedene Lösungen. Bei allen geht es darum, die Stressfaktoren zu reduzieren und dem Körper ganz gezielt Phasen von Entspannung zu gönnen. Nimm Anspannung und Entspannung selbst in die Hand! Eine Auszeit von Dauerlärm, Junk-Food, digitalen Medien & Co. muss her.

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 10.11.2020

Weitere Artikel zu dem Thema Work-Life-Balance

Work-Life-Balance
Durstlöscher, Belohnung, Erfrischung: Was das perfekte Sportgetränk mitbringen muss
Work-Life-Balance
Stressbewältigung: Mit einem gesunden Lifestyle zu mehr Energie
Freizeitsport
Die schönsten Spots für Aktivurlaub in Deutschland
Work-Life-Balance
Sommeraktivitäten: 99 Dinge, die den Sommer so schön machen
Gesundheit
Fit zu Hause: mit aktiven Pausen ganzheitlich trainieren
Fitness
10 Workout-Inspirationen
Seele
Frühjahrsmüdigkeit? So wirst du den Downer los
Sommerfit365
Intensives Cardiotraining: effektiv deine Ausdauer steigern – in nur 14 Minuten
Fitness
20 x 20 Minuten in 2020: Dein Workout-Programm für den Jahresstart
Biathlon
Das Leben als Profi-Biathlet – Wenn die Leidenschaft zum Beruf wird
Work-Life-Balance
Schöne Dinge: Das macht uns im Frühjahr fit, entspannt und happy
Gesundheit
Die 6 effektivsten Rückenübungen fürs Büro
Work-Life-Balance
Happy im Herbst und Winter – Self Care für die Seele
Freizeitsport
Nachhaltigkeit im Sport: Wie du deinem Körper und der Umwelt Gutes tust
Freizeitsport
Alleine wandern für die Seele – glückliche Momente in der Natur
Freizeitsport
Wandermarathon: 40, 80 oder 100 Kilometer wandern – so gelingt’s!
Yoga
Wie dir Yoga Energie geben kann – und das nicht nur im Training
Gesundheit
Waldbaden: der Spaziergang, der dich gesund und glücklich macht
Work-Life-Balance
Aktive Pausen und Regeneration im Triathlon – Gönn dir was!
Yoga
Pop-up-Yoga – spontan im Alltag entspannen?
Yoga
Yoga-Equipment: Alles für deine Yoga-Session
Gesundheit
Bleib neugierig: Aktiv leben heißt gesund und glücklich leben
Radsport
Warum wir Radsport lieben
Schwimmen
12 Gründe, warum wir im Alltag öfter schwimmen sollten
Triathlon
Zeitmanagement: Eat, Sleep, Train, Repeat?
Yoga
Yoga-Festivals 2019
Gesundheit
Die Natur erleben? Die Natur erwandern!
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance-Tipps: Wie frei ist deine Freizeit?
Fitness
Bouldern: Was hinter dem Kletter-Hype steckt
Mentale Stärke
Herbstblues? Kannst du dieses Jahr vergessen!
Regeneration
Hike, Bike, Climb – so geht aktive Entschleunigung in der Natur
Fitness
5 Trendsportarten für den Sommer
Yoga
Sommer-Yoga mit Sinah Diepold
Marathon
Auf 42 Kilometern die Welt entdecken
Yoga
Faules Yoga
Yoga
Yoga für Anfänger – das Einstiegsprogramm für’s Wohnzimmer