Trailrunning: Laufen auf wilden Pfaden

Trailrunning: Laufen auf wilden Pfaden

Was es ist und warum du dich ins sportliche Abenteuer stürzen solltest

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 06.06.2019

Trailrunning – das bedeutet laufen in der Natur, über Feld und Wiesen, matschige Hänge, über Schotter, im tiefen Sand oder im Hochgebirge. Trailrunning ist angesagt. Zwei Hauptkriterien stehen dabei im Fokus: die sportliche Herausforderung und das Abenteuer inmitten der Natur. Warum ein Trail unbedingt auf deinen Trainingsplan gehört, erklären wir dir hier.

Trailrunning: sportlicher Anspruch mit Naturerlebnis

Laufen in der Natur, abseits von befestigten Wegen, asphaltierten Straßen oder einer Tartanbahn. Anders formuliert: Trailrunning findet da statt, wo Wege und Pfade eigentlich keine mehr sind. Wiesen, Wälder, tiefer Sand, Berge, Schotter, Geröll, Matsch und natürliche Hindernisse wie Baumstämme, Hängebrücken und Bachläufe sind die Herausforderungen, die sich dir beim Trailrunning bieten. Das ursprüngliche Kriterium eines Trails waren übrigens die Höhenmeter. Da aber nicht überall Gebirge zur Verfügung steht und auch Flachländer das Trailrunning für sich entdeckt haben, rücken die Höhenmeter immer mehr in den Hintergrund. Heute stehen Spaß, die sportliche Herausforderung, das Naturerlebnis und Abenteuer-Feeling im Fokus. Dein Tempo spielt beim Lauf über unwegsame Pfade übrigens nur eine Nebenrolle. Denn auch Pausen zum Genießen, Erkunden und Innehalten können zu deinem Trail gehören.

Trail vs. Crosslauf – wo ist der Unterschied?

Eine klare Grenze zwischen einem Trail und einem Crosslauf zu ziehen fällt auf den ersten Blick schwer. Beide spielen sich im heimischen „Outback“ ab – und doch gibt es Merkmale, die einen Trail von einem Crosslauf unterscheiden:

Beim Trailrunning läufst du meist längere Strecken, zum Beispiel (Halb-)Marathon-Distanzen oder bis zu 100 Kilometer, wohingegen du beim Crosslauf einen abgesteckten Rundlauf (von einem bis fünf Kilometer) mehrmals läufst

5 Gründe, warum du Trailrunning testen solltest

1.) Der Spaß- und Erlebnisfaktor wird dich fesseln. Weil du vorher nicht weißt, welcher Weg dich (über welche Hindernisse) an dein Ziel führen wird, bietet dir ein Trail größtmögliche Abwechslung und echtes Abenteuer-Feeling.

2.) Gras, Sand, Schotter – aufgrund der ständig wechselnden Bodenbeschaffenheit trainierst du andere und mehr Muskelgruppen als bei einem Citylauf. Weil dein Körper diese ausgleichen muss, förderst du deine Tiefenmuskulatur. Zusätzlich wird deine Trittsicherheit geschult, ähnlich wie beim Wandern. Achte dabei gut auf deine Umgebung – so entdeckst du Wurzeln oder Steine früh genug und minimierst das Verletzungsrisiko. Eine Dehn-Session vorab bereitet dich noch besser auf diese Herausforderungen vor.

3.) Du pushst gleichzeitig deine Ausdauer. Es muss ja nicht gleich eine Alpenüberquerung sein, aber du wirst schnell merken: Bei deinen Touren kommen ordentlich Kilometer zusammen. Außerdem: Durch wechselnde Untergründe, Steigungen und andere Unwegsamkeiten variierst du permanent deine Schrittlänge – das wirkt sich positiv auf deine Kondition aus.

4.) Gedanklich deine Einkaufsliste checken oder den Tag durchspielen? No Chance! Dein Kopf erlebt einen wahren Konzentrationskick. Bodenwellen oder Löcher, Äste, ein Fluss – wenn du weiterkommen willst, brauchst du Antworten: Wohin muss ich treten und wie komme ich ans Ziel?

5.) Pausen machen und Natur erleben! Wenn du aufmerksam und mit offenen Augen und Ohren dabei bist, wirst du tolle Aussichten genießen, Tiere beobachten und die Natur von ihrer schönsten Seite kennenlernen.

Das Schöne beim Trailrunning ist, dass du sofort loslegen kannst – je weniger du planst, desto flexibler musst du sein. Und desto mehr wirst du dich auf das, was dich umgibt, einlassen.

Adventure-, Cross- oder Ultra-Trail? Die unterschiedlichen Trail-Arten

Wie in allen Sportarten gibt es auch beim Trailrunning unterschiedliche Gattungen mit unterschiedlichem Anspruch. Was ist was?

Speed-Trail: Wie der Name schon sagt – hier geht es um Geschwindigkeit. Meist sind die Distanzen vergleichsweise gering gehalten (zum Beispiel 10- oder 20-Kilometer-Läufe).

Urban Trail (auch Cross-Running): Wenn du in der City wohnst und dennoch hin und wieder einen Trailrun in dein Training einbauen willst (ohne gleich einen Wochenendtrip daraus zu machen), ist Cross-Running oder der Urban Trail für dich geeignet. Du startest direkt vor deiner Haustür. Auf dem Weg in den Park (oder wenn möglich in die Natur) baust du alles Nutzbare in dein Trainingsprogramm ein – Bänke, Brücken, Treppen, Mauern, Kopfsteinpflaster etc.

Cross-Trail: Die ursprüngliche Art des Trailrunnings. Hier kommt dir kein Asphalt unter die Füße. Bergauf, bergab, über Stein und Geröll, entlang verwilderter Felder und Weideland – beim Cross-Trail geht es vor allem um das Naturerlebnis.

Adventure Trail: „Geht nicht, gibt’s nicht“, lautet hier das Motto. Der Adventure Trail ist Abenteuer pur und nur was für Profis. Denn hier werden längere Distanzen gespickt mit teils sehr anspruchsvollen Passagen und in der Regel einigen Höhenmetern.

Ultra-Trail: Für wahre Ausdauer-Freaks. Alles, was über die normale Marathondistanz von 42,195 Kilometer hinausgeht, wird als Ultra-Trail bezeichnet. Strecken um die 100 Kilometer oder über mehrere Tagesetappen sind dabei keine Seltenheit.

Übrigens gilt bei allen Trails: Naturschutzgebiete sind tabu!

Für den Einstieg ist es sinnvoll, dass du deine körperliche Verfassung realistisch einschätzt.

Nicht überfordern!

Ziehe von der Distanz, die du üblicherweise auf festem Boden läufst, rund ein Drittel der Kilometer ab – Trailrunning ist herausfordernder als der Lauf auf asphaltierten Straßen.

Deine Trail-Ausstattung – was muss mit?

Für die Anfänge brauchst du natürlich keine komplett neue Ausstattung. Sollte dich die Wildnis-Lust packen, ist eines aber ratsam: Besorge dir Trailrunningschuhe. Die Belastung deiner Füße ist um einiges höher als bei deinem normalen Straßentraining. Entscheidend ist das Profil, die Stabilität und wie bequem der Schuh ist. Trailrunner haben eine festere Sohle oder sogar eine Zwischensohle. Lass dich am besten im Fachhandel beraten. Lange Hosenbeine schützen dich vor Zeckenbissen und Brennnesseln oder anderen pieksenden Sträuchern und Gräsern. Je länger du unterwegs bist, desto wichtiger ist es, dass du etwas zu trinken mitnimmst. Ideal eignen sich dafür Trinkgürtel mit kleinen Fläschchen oder ein leichter Trinkrucksack. Vielleicht führt deine Strecke auch an natürlichen Wasserquellen oder -spendern vorbei? Auf mehrstündigen Strecken ist es außerdem ratsam, Energiegele oder Traubenzucker einzupacken. Auch ein GPS-fähiges Handy ist praktisch, wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest.

Hat dich die Abenteuerlust gepackt? Dann auf in die Natur!

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