Ziel: Finish! – Aber welche Triathlon-Distanzen sind für mich geeignet?
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Ziel: Finish! – Aber welche Triathlon-Distanzen sind für mich geeignet?

Die Brechstange kannst du vergessen – denn deine Distanz ist so individuell wie du!

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 18.03.2019

Frankfurt, Roth, Hawaii – davon träumt wohl jeder Triathlon-Fan. Bei diesen Rennen an der Strecke zu stehen – Gänsehaut! Wie muss sich das wohl erst beim eigenen Finish anfühlen. Überwältigt von der Atmosphäre ertappt man sich schnell beim Gedanken: Das will ich auch! Aber Vorsicht. Alles zur rechten Zeit, die Langdistanz ist nicht alles. Wir stellen dir Triathlon-Distanzen vor und geben Tipps für deinen (realistischen) Weg zum Finish. Jeder kann Triathlon!

Dein Weg zum Finish:

  • Welches Finish auf welcher Distanz soll`s werden?
  • Darauf kommt`s an!
  • Stimmt`s bei dir?
  • Los geht`s

Qual der Wahl: Für die richtige Triathlon-Distanz gibt's keine Checkliste

Gerne hätten wir dir hier eine Checkliste an die Hand gegeben. Du beantwortest ein paar Fragen und zack steht dein Rennen fest. Bestenfalls kannst du damit auch noch sichergehen, dass diese Distanz genau die richtige für dich ist und du mit 100%iger Sicherheit auch finishst. Die nüchterne Wahrheit: Eine derartige Checkliste ist Quatsch! Zu viele Faktoren beeinflussen die persönliche Wahl der Distanz. Welche das sind? Dazu gleich mehr. Zunächst aber erstmal die Auswahl:

Triathlon-Formate

Wie du siehst, Möglichkeiten gibt es viele. Aber was ist die richtige Distanz für dich? Welche Rolle spielen die gesammelten Lebenskilometer? Wann bist du bereit dazu, Distanzen des Triathlons zu steigern? Ist dir überhaupt klar, was es bedeutet, sich auf eine Langdistanz vorzubereiten? Fragen über Fragen.

Daher drei wichtige Tipps vorab:
  • 1. Realistische Zielsetzung wird belohnt: Will man zu schnell zu viel, führt das zu unnötigen Verletzungen und Frustration.
  • 2. Mit der Brechstange geht gar nichts: Du kannst nichts erzwingen, die Herausforderung muss in dein Leben passen.
  • 3. Erfahrung zahlt sich aus: Selbst im Alter sind beim Triathlon-Sport noch Leistungssteigerungen möglich. Lebenskilometer sind Gold wert.

Was sind Lebenskilometer?

Ganz einfach alle Kilometer, die du im Training oder in Wettkämpfen Jahr für Jahr über dein Leben hinweg gesammelt hast. Beim Radfahren, Laufen und auch Schwimmen zahlen sich diese abgerissenen Kilometer langfristig aus. Denn während sich die meisten Parameter (Schnelligkeit, Kraft) ab 30 tendenziell eher verschlechtern und nicht mehr so gut trainierbar sind, kann die Ausdauerleistungsfähigkeit bis ins hohe Alter trainiert werden.

Als Einsteiger raten wir dir, dich zunächst über die kürzeren Distanzen an den Triathlon heranzutasten. Dadurch sammelst du wertvolle Erfahrung und findest heraus, ob die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen das Richtige für dich ist. Gerade am Anfang kannst du dir zusätzliche Hilfe in Triathlon-Vereinen oder Ausdauer-Communities wie dem Team ERDINGER Alkoholfrei holen. Ausgebildete Trainer werden dir an diesen Anlaufstellen bei der Trainingsplanung zur Seite stehen und wer weiß, vielleicht bringen dir Trainingseinheiten in der Gruppe einen weiteren Motivationsschub.

„Direkt auf der Langdistanz zu starten, davon halte ich rein aus gesundheitlichen Gründen nichts. Man muss den Körper langsam an die steigenden Belastungen und Distanzen gewöhnen. Ich empfehle: Such dir einen Trainer. Der berät individuell und bereitet dementsprechend perfekt vor.“ Laura Philipp über den Wechsel auf die Langdistanz.

Vernünftig ist es, sich beim Wechsel der Distanzen Zeit zu lassen. In der Regel spricht man von circa einem Jahr Vorbereitungszeit auf die nächsthöhere Triathlon-Distanz. Diese Zeit sollten sich Amateure beim Wechsel von der Kurz- auf die Mitteldistanz bzw. der Mittel- auf die Langdistanz mindestens zugestehen. Auch hier gilt: Lass die Brechstange besser im Keller! Du willst dich ja auf die neue Herausforderung freuen und nicht nach einem Monat verletzt ausscheiden. Die Zeit läuft dir im Triathlon nicht so schnell davon. Im Gegenteil. Die Anzahl gesammelter Lebenskilometer führt dazu, dass du dich auch im (fortgeschrittenen) Alter noch verbessern kannst. Durch Fleiß und Kontinuität wird man daher langfristig viel erreichen.

Aber vielleicht ist der Distanzwechsel ja gar nicht dein Ziel. Eventuell strebst du eine neue Bestzeit an oder willst „auf Teufel komm raus“ deinen Traum von der Langdistanz verwirklichen. Viele setzen sich derart hohe Ziele, obwohl ihnen oftmals gar nicht bewusst ist: Die Langdistanz ist kein Zuckerschlecken. Eine Langdistanz bestimmt dein Leben über Monate oder gar Jahre hinweg. Empfehlenswert ist der Plan vom „Once in a lifetime“-Langdistanz-Triathlon innerhalb eines Jahres daher nicht. Aber ja, je nach Vita, ist auch so etwas vertretbar. Es kommt eben auf die individuellen Voraussetzungen an. Gründe, warum jemand Triathlon betreibt, gibt es viele – und auch welches Ziel er für sich als realistisch ansieht.

Stimmt`s bei dir?

Der Gesundheits-Faktor

Du kannst dir alle Überlegungen sparen, wenn die oberste Priorität, nämlich Gesundheit, nicht erfüllt ist. Ein Check zur Überprüfung deiner gesundheitlichen Voraussetzungen ist daher ein absolutes Muss. Angeborene Gesundheitsprobleme oder krankhafte Veränderungen am Herz-Kreislauf-System können dadurch abgeklärt und im Idealfall ausgeschlossen werden. Stelle zudem sicher, dass alte Verletzungen ausgeheilt sind und dich auf deinem Weg zum Ziel nicht ausbremsen. Wenn du willst kannst noch du eine Leistungsdiagnostik durchführen, die dir Gewissheit über deine aktuelle Leistungsfähigkeit gibt und wichtige Kennzahlen für die Trainingsplanung liefert.

Zeit-Faktor

Die vermeintlich schwierigste Herausforderung ist es, die Trainingszeiten in den Alltag zu integrieren. Besonders im Triathlon, wo eine Sportart aus gleich drei Disziplinen besteht, kann einem das Zeitmanagement schon mal Kopfzerbrechen bereiten. Hier findest du Tipps, wie du alles unter einen Hut bekommst.

Mit zunehmender Renndistanz solltest du ansteigende Trainingsumfänge meistern, die wiederum mehr Zeit beanspruchen. Soll nicht heißen, dass du dich nicht mit nur 8 Stunden in der Woche auf eine Langdistanz vorbereiten kannst. Auch das ist mit dem richtigen Training möglich. Vielleicht hast du jahrelanges Grundlagentraining betrieben, bereits mehrere Langdistanzen gefinisht oder bist mental so stark, sodass dein Körper trotzdem mit der enormen Belastung bei einem Langdistanzrennen umgehen kann. Individuell eben. Finde für dich persönlich heraus, wie viel Vorbereitungszeit du dir für deine realistische Zielerreichung geben solltest.

Der Geld-Faktor

Ein Faktor, der häufig vernachlässigt oder bewusst ignoriert wird, ist Geld. Triathlon kostet. Du kannst in den Triathlon ohne Ende Geld investieren. Das ist Fakt. Startgebühren, Reisekosten, Unterkunft, Material, Trainingslager, Gels, Riegel, Eiweißpulver usw. Kannst du dir das leisten? Du hast einen Startplatz beim Volkstriathlon deines Heimatvereins bekommen und wohnst keine 300 m von der Startlinie entfernt. Okay, dann zahlst du für die Teilnahme mit deinem Citybike vielleicht keinen Cent. Das ist aber auch wirklich die absolute Ausnahme. Zumindest die Startgebühren bei Wettkämpfen und die Kosten der Anreise müssen von den allermeisten Teilnehmern einkalkuliert werden. Diese können je nach Wahl des Events aber schnell mehrere 1.000 Euro betragen. Hinzukommt, dass du in der Regel nicht mit deinem Alltagsrad in den Wettkampf starten möchtest. Rennräder oder gar aerodynamische Laufräder sind im drei- bis vierstelligen Bereich zu verordnen und schlagen ordentlich zu Buche. Ambitionierte Triathleten buchen zusätzlich ein Trainingslager im wärmeren sonnigen Süden. Denn wer will sich schon bei kalten Temperaturen im Dunkeln oder im Keller auf der Rolle vorbereiten. Ein Fass ohne Boden, wie du siehst. Mach dir also immer wieder bewusst, was du für deinen Sport ausgibst und inwiefern das mit deinen Zielen vereinbar ist. Es ist für die meisten vermutlich nicht sinnvoll, den ersten Triathlon mit einem 10.000 Euro Rad anzutreten, wenn man noch nicht einmal weiß, ob einem der Sport langfristig Freude bereitet – genauso wenig, wie die Langdistanz mit einem Citybike finishen zu wollen. Geld ist aber bekanntlich nicht alles. Der Sport gibt einem auch viel zurück. Du sammelst wertvolle (Lebens-) Erfahrung und lernst dich und deinen Körper selbst besser kennen. Wie reagierst du auf Stress, wo sind deine Grenzen? Derartige Erkenntnisse helfen dir auch weit außerhalb des Triathlons weiter. So gesehen eine sinnvolle Investition also?

Praxistipp:

Es geht auch günstiger. Neoprenanzüge sind beispielsweise im Secondhand bzw. schon gebraucht oder aus einem Testpool sehr preiswert zu erwerben. Und lässt man sich allgemein mehr Zeit, kann man sich auch mehr Zeit nehmen, die Sachen nach und nach anzuschaffen oder zu optimieren.

Der Erfahrungs-Faktor

Mit Erfahrung ist hier nicht ausschließlich die Triathlon-Erfahrung gemeint. Dein gesamter bisheriger sportlicher Werdegang fließt hier mit ein. Neulinge des Triathlon-Sports werden es schnell merken. Hast du bereits jahrelange Trainingserfahrung in anderen Sportarten, beispielsweise Leichtathletik, Turnen oder Fußball, wirst du dich auch im Triathlon zurechtfinden. Du weißt, wie dein Körper auf Belastung reagiert und kannst Leistungsgrenzen einschätzen. Anders als jemand, der seit dem Schulsport jegliche physischen Herausforderungen vermieden hat. Derjenige hat vermutlich erstmal mit seinem Körper an sich zu kämpfen und steigt auf einem ganz anderen Niveau ein. Die Erfahrung im Triathlon ist letztendlich aber das A und O. Angefangen von der Einordnung im Starterfeld bevor der Run ins Freiwasser beginnt über die Renneinteilung bis hin zur Nahrungszufuhr während des Rennens. Das alles wird sich mit steigenden Wettkampfteilnahmen selbstverständlich verbessern. Und nochmal – die bereits angeführte Anzahl gesammelter Lebenskilometer, die sich positiv auf Gelenke, Knochen, Muskeln und allgemein deine Leistungsfähigkeit auswirkt. Auch im Alter.

Zu guter Letzt sei betont: Jeder kann Triathlon! Es kommt eben drauf an, welche Triathlon-Distanz zu dir passt. Mit einer realistischen Zielsetzung und der richtigen Trainingsplanung wirst du deinem großen Traum schon bald näher kommen. Tausche dich mit Freunden und anderen Sportlern über dein Vorhaben aus oder hol dir den professionellen Rat eines Trainers. Dann bist du bestens gerüstet. Welches Finish wird es bei dir?

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