Triathlon Geschichte: „Früher war alles besser!”

Triathlon Geschichte: „Früher war alles besser!”

Von der Ausrüstung bis zum Image – die Geschichte des Triathlons hat einen Wandel durchgemacht

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 27.06.2019

War früher wirklich alles besser? Im Triathlon vermutlich nicht. Denn wer will denn wirklich wieder in Baumwollshirts mit einem Fahrrad aus Stahlrahmen, tonnenschweren Laufschuhen und einer Wettkampfverpflegung aus einer Kombination von Wasser, Apfelsaft und Salz gegen seine Konkurrenten antreten? Wir jedenfalls nicht. Es hat wohl durchaus seine Berechtigung, dass sich so manches in der Triathlon Geschichte geändert hat – zum Besseren. ;)

Das erwartet dich:

  • So fing alles an: Die Geschichte des Triathlons in Deutschland
  • Aktuelle Zahlen, Daten, Fakten
  • Der große Vergleich: Triathlon Ausrüstung, Ernährung, Methoden – früher und heute
  • Frage der Generationen: So blicken ehemalige Athleten und Jungprofis auf die Triathlonanfänge zurück
  • #throwback @patricklange1

Zurück auf Anfang – die Geschichte des Triathlons

Während der Fußball bereits im 19. Jahrhundert von den britischen Inseln nach Deutschland schwappte, feierte der Triathlon erst Ende des 20. Jahrhunderts, exakt im Jahr 1982, seine Premiere auf deutschem Boden. Am ersten Triathlon-Wettkampf in Baldeneysee nahmen insgesamt 48 Athleten teil. Gleich von Beginn stellten sich auch Frauen der Herausforderung von 1 km Schwimmen, 70 km Radfahren und 10 km Laufen. Und wer hätte es gedacht: Die neue Sportart, die gleich drei Disziplinen vereinte, stieß auf rege Begeisterung. Ein rasanter Anstieg der Teilnehmerzahlen war die Folge. Sofort reagierte man 1983 mit der Gründung von zwei Verbänden auf den Boom:

  • dem leistungssportorientierten Deutschen Triathlon Verband (DTV) sowie
  • dem breitensportorientierten Deutschen Triathlon Bund (DTrB)

Diese schlossen sich bereits 1985 zur heute bekannten DTU zusammen. So richtig Fahrt nahm die Entwicklung nochmal mit der Olympiapremiere 2000 in Sydney auf. Der Triathlon wurde jetzt massentauglich. Und spätestens mit dem Gewinn der Goldmedaille von Jan Frodeno bei den olympischen Spielen in Peking 2008 kannte Triathlon auch jede Couch-Potato.

Faktencheck

Von Oldies zu Goldies – die Triathlon Ausrüstung im Wandel

Nicht nur die Teilnehmerzahlen haben sich seit den 1980ern stark verändert. Die heutigen Triathleten würden sich mit der Ausrüstung einst wohl wie mit einem Klotz am Bein bzw. einem eckigen Rad vorkommen. So wirklich rund läuft`s nicht. Während heute jedes Gramm bei der (Funktions!-)Kleidung zählt und der Triathlonanzug aufgrund der Aerodynamik hauteng sitzen muss, war der schnittige Einteiler für Athleten zu jener Zeit ein Fremdwort. Ein Baumwollshirt und eine Sporthose taten es genauso. Auch beim Schwimmen gleiten die Athleten heutzutage wie ein Fisch durch das Wasser. Strapazierfähige und zugleich geschmeidige Neoprenanzüge machen es möglich. Daneben zählt die Schwimmbrille zur Standardausrüstung eines jeden Triathleten. Nicht so während der 80er.

Die größten Entwicklungen in der Triathlon Geschichte sind aber vermutlich beim Radfahren zu beobachten. Vergleicht man ein modernes 28 Zoll-Rennrad oder -Mountainbike mit einem 26 Zoll-Fahrrad aus Stahlrahmen mit Speichen und (Citybike-)Lenker, sind bereits rein optisch gewaltige Unterschiede feststellbar. Selbstverständlich sind die aktuellen Räder dank Aluminium und Carbon auch gewichtstechnisch deutlich über- bzw. unterlegen. Zur Verbesserung der Aerodynamik setzen heutige Sportler zudem auf Scheiben, Aero-Bars und Aero-Helm. Schließlich zählt jede Sekunde. Unvorstellbar daher auch in sogenannten „Cage type pedals“ (wie sie vom Spinning-Kurs bekannt sind) anstatt mit Klickpedalen zu fahren. Athleten verwendeten außerdem entweder Fahrradschuhe mit Stollen (ja auch sowas gab es) oder fuhren bereits mit ihren Laufschuhen Rad. Dadurch konnten sie sich zumindest die Zeit beim Schuhwechsel sparen ;)

Doch auch Laufschuhe sind nicht mehr das, was sie mal waren. Die Treter vor 40 Jahren unterschieden sich hinsichtlich Gewicht, Dämpfung und Komfort sehr stark von den heutigen Hightech-Runningschuhen. Schlicht, einfach, klassisch, schwer – so lassen sich die ersten Modelle beschreiben. Heute gibt es Laufschuhe in allen möglichen Farben, für jeglichen Untergrund, neutral oder mit zusätzlicher Stabilität. Und wiegen teilweise nicht einmal mehr 110 Gramm!

Technische Gadgets und spezialisierte Trainer erobern die jüngste Triathlon Geschichte

Was aktuell überhaupt nicht mehr wegzudenken ist, sind technische Gadgets wie Laufuhren. Die Digitalisierung hat die Trainingssteuerung (wenn man davon damals überhaupt reden konnte) deutlich vereinfacht und Leistungen vergleichbar gemacht. Man darf nicht vergessen: Da der Sport ja noch so neu war, gab es zunächst gar keine Trainer. Man hat sich also anfangs alles selbst angeeignet, getreu dem Motto „learning by doing“. Erst später haben sich Trainer spezialisiert. Meist ehemalige Athleten, die auf ihren angesammelten Erfahrungsschatz zurückgreifen konnten.

Heute sind Trainingspläne und allerlei Tipps und Tricks überall im Internet zu finden. Du kannst dich Triathlonvereinen oder Communities wie dem Team ERDINGER Alkoholfrei anschließen oder dir einen professionellen Trainer nehmen. Alles selbstverständlich in heutigen Zeiten.

Auch während des Wettkampf hat sich einiges in der Triathlon Geschichte geändert

Von Koppeltraining und dem Trainieren der Disziplinwechsel hielten damalige Triathleten wohl nicht viel. In den Triathlonanfängen dauerte der Wechsel der Disziplinen oft mehrere Minuten. Das Anziehen von Socken, Radtrikot und Radhandschuhen (viele trugen Radhandschuhe im Triathlon) war sehr zeitaufwendig. Eine gängige Praxis war es zudem für viele, sich auf das Fahrradsegment vorzubereiten, wie man sich auf ein Radrennen vorbereiten würde. Das kostete selbstverständlich Zeit. Mittlerweile wird versucht, jede Millisekunde herauszuholen. Sowohl beim Wechsel als auch während des „Strampelns“. Mit wissenschaftlichen Untersuchungen wird die Aerodynamik optimiert, Rennanzüge inklusive Passform und Textilien perfekt angepasst, die Nahrungszufuhr akribisch durchgeplant. Tranken die Athleten in den 80ern nur Wasser bzw. eine Kombination aus Wasser, Apfelsaft und Salz, so liefert die Sportnahrungsindustrie heute nahezu unendliche Versorgungsmöglichkeiten. Zwar bleibt Wasser das wichtigste im Rennen, hinzukommen allerdings Gels, Riegel, Shots, Iso-Getränke – in sämtlichen Geschmacksrichtungen und Konsistenzen. Ein enormer Markt, der hier entstanden ist.

Früher war also definitiv nicht alles besser, zumindest was den Triathlon betrifft. Oder kannst du dich von deinem geliebten Aerorad, deinen federleichten Runningschuhen und der akribischen Datenaufzeichnung deiner Laufuhr wirklich trennen?

ERDINGER-Athleten über den Wandel im Triathlon

Wir haben ehemalige Athleten gefragt, wie sie den Wandel in der Geschichte des Triathlons erlebt haben. Außerdem schaut unser Perspektivteam zurück: Lass dich überraschen, wie die Jungprofis von heute den damaligen Triathlon sehen.

„Ich bin ein Freund des Fortschritts“

Jan Sibbersen, ehemaliger Profitriathlet und aktuell Manager von Patrick Lange

„Der Sport hat sich im vergangenen Jahrzehnt in vielen Bereichen, sei es im Training, beim Material oder auch bei der medialen Aufmerksamkeit atemberaubend verändert. Ich bin ein Freund des Fortschrittes, aber ich bedaure zutiefst, dass es z.B. ein Rennen wie den Ironman 70.3 St. Croix nicht mehr gibt. Das war ein Rennen in der Karibik mit 30 Jahren Tradition und auch Evolution, aber es hat meiner Ansicht nach den Sport verkörpert wie kaum ein anderes Rennen auf dieser Welt. Roh, wild, Natur pur, harte Strecken, traumhafte Umgebung. Schwimmen mit Blick auf Korallenriffe, eine technisch höchst anspruchsvolle Inselrundfahrt, und zum Schluss ein knackiger Halbmarathon mit Crosslauf-Komponenten – das war mein Lieblingsrennen über viele Jahre.“

Als Triathlet oder Triathletin war man früher ein EXOT

Nicole und Lothar Leder, ehemalige Profitriathleten und Team ERDINGER Alkoholfrei, Mitglieder der ersten Stunde.

„Zu Beginn der 80er war Triathlon eine absolute Newcomer Sportart, es gab keine Trainer. Mitte bis Ende der 80er wurde Triathlon dann langsam professioneller und in Deutschland wurden Strukturen samt Kader aufgebaut. Auch die ersten großen Rennen und Meisterschaften wurden ausgetragen. Aber: Als Triathlet oder Triathletin war man ein EXOT. Erst durch die Siege und Podiumsplatzierungen von deutschen Athleten auf Hawaii und den olympischen Spielen im Jahr 2000 wurde Triathlon in den Medien präsenter. Danach wuchs die Popularität stetig an und auch die Industrie erkannte das Potential im Triathlon. Denn Triathlon war schon immer ein sehr innovativer Sport, die ersten Aufliegelenker kamen zum Beispiel über den Triathlon in den Radsport. Auch heute sind die Triathleten hinsichtlich Materialverbesserungen Vorreiter.“

„Triathlon? Das ist doch das mit dem Schießen, oder?“

Frederic Funk, Athlet im ERDINGER Alkoholfrei Perspektivteam:

„Da Triathlon eine immer noch sehr junge Sportart ist, wächst sie auch sehr schnell. Vor allem in den letzten Jahren ist der Bekanntheitsgrad um einiges gestiegen. Dies macht sich an Medieninteresse und an den Teilnehmerzahlen bemerkbar. Außerdem muss ich nicht mehr so oft erklären, dass Triathlon nicht das mit dem Schießen ist ;) Auch das Niveau und die Leistungsdichte bei den Profis steigt immer mehr und man kann sich im Gegensatz zu früher kaum noch eine Schwäche in einer der drei Disziplinen erlauben.“

„Der Mythos von Hawaii hat sich bis heute nicht verändert – vieles andere im Triathlon schon“

Andreas Raelert, Olympia-Teilnehmer und Athlet im ERDINGER Alkoholfrei Team:

Und so sieht der Ironman-Weltmeister Patrick Lange die Triathlon Geschichte:

„Ich nehme euch mit auf die Reise des Triathlons“

Daniela Bleymehl, Triathletin im ERDINGER-Athleten-Team:

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