Work-Life-Balance-Tipps: Wie frei ist deine Freizeit?

Work-Life-Balance-Tipps: Wie frei ist deine Freizeit?

Oft steckt in kleinen Veränderungen viel Fortschritt – wir brauchen nur die Inspiration

Von ERDINGER Alkoholfrei
veröffentlicht: 12.11.2018

Die Balance zu halten ist schwierig: In der Mittagspause eine Rechnung vom Stromanbieter checken. Dann schnell etwas am Schreibtisch essen und zurück an die Arbeit. Dort rücken Termine näher. Also entweder zuhause noch etwas nacharbeiten, für den nächsten Tag vorbereiten oder Überstunden machen. Aber wolltest du dich nicht schon lang wieder mit alten Freunden treffen? Und was war nochmal mit diesem einen Plan, endlich mal wieder mehr Sport zu treiben? Oft ist uns ein gewisses Ungleichgewicht in der Work-Life-Balance gar nicht bewusst – oder wir nehmen es als selbstverständlich hin. Dabei sind es die kleinen Dinge, mit denen wir uns ein Stück Balance zurückholen können.

Vorab: Überleg einmal, woran es hapert

Ganz am Anfang solltest du kurz reflektieren: Entzieht dein Job dir viel Energie? Mehr, als er dir wert ist? Kannst du vielleicht deine Einstellung zur Arbeit verändern? Wenn du jeden Tag mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehst, muss sich etwas ändern. Oder gibt es Faktoren in deiner Freizeit, die sich negativ auf deine Balance auswirken? Erst wenn wir über „ich bin gestresst“ hinaus wissen, wo es nicht rund läuft, können wir was tun.

Denn an dieser Stelle sei gesagt: „Work“ und „Life“ bedeutet nicht immer „Beruf“ und „Leben“.

Deine Arbeit gehört zu deinem „Life“, genau wie du in deinem Leben auch andere „Work“ machst, als deinen Beruf: Hausarbeit zum Beispiel. Gerade in der stressigen Vorweihnachtszeit nehmen wir uns zwischen Shopping, Betriebsfeiern und Advent-Deko-Aktionen viel zu wenig Zeit für uns – obwohl all das theoretisch zu unserer sogenannten „Freizeit“ gehört. Ein Schritt zu besserer Work-Life-Balance ist auch: Machen wir unsere Freizeit freier!

1. Lass die Arbeit dort, wo sie hingehört: Schreibe dir Ballast aus dem Kopf

Das klingt vielleicht erstmal unglaubwürdig, aber es wirkt: Schreib dir kurz vor Feierabend eine To-Do-Liste für den nächsten Tag – damit vertreibst du nervige Gedanken am Abend. Auch morgens beim Frühstück bist du dann entspannter, weil du dir keine kommenden Aufgaben in den Kopf rufen musst.

Du „lädst“ damit den ganzen Ballast aus dem Kopf aufs Papier.

Wenn du wieder am Arbeitsplatz bist, kannst du direkt loslegen. Du schaffst einen bewussten, selbstbestimmten Abschluss deines Arbeitstages und ziehst eine Grenze: Bis hierhin ist Arbeit – und nicht länger. Nimm keine Arbeit mit in diese Zeit. Positiver Nebeneffekt: Eine To-Do-Liste abzuhaken ist ungemein motivierend und gibt ein wohliges Gefühl des „Schaffens“.

2. Trenn deine berufliche und private Kommunikation konsequent

Wenn du schon mit einer To-Do-Liste deinen Kopf „entrümpelst“, kannst du die Kommunikation zwischen Job und Freizeit auch ganz trennen. Das ist für viele eine ziemliche Umstellung, denn unerreichbar zu sein ist heutzutage unglaublich schwierig. Unerreichbar sein – und das auch zu wissen – bewirkt aber Wunder. Dein „Kopf-Grundrauschen“ sinkt. Die meisten Arbeitsstellen lassen es zu, dass du in deiner Freizeit nicht für deine Kollegen oder Kunden erreichbar bist.

Trotzdem lesen 42 % der deutschen Arbeitnehmer in ihrer Freizeit berufliche E-Mails.

Da solltest du konsequent sein: Entweder du machst Überstunden, oder du hast frei. Beides vermischen? Schlecht für deine Work-Life-Balance! Deine Freizeit ist nur wertvoll, wenn sie wirklich „frei“ ist.

Quality Time
©ERDINGER Alkoholfrei
„Quality Time“: Mach mit Freunden oder Familie mehr aus deiner Freizeit.

3. Achtsamkeit beim Essen und in der Pause

Apropos freie Zeit: Deine Mittagspause ist dazu da, dich aus der Arbeit zu holen und mental zu entschleunigen. Sie ist nicht dazu da, in höchster Geschwindigkeit dein Essen in dich hineinzustopfen und dabei das Protokoll des letzten Meetings zu lesen. Achtsamkeit bedeutet: Iss und schmecke dein Essen bewusst.

Setz dich zum Essen hin – und zwar nicht vor den Computer.

Sprich mit deinen Kollegen dabei. Oder geh ein paar Meter und genieße (achtsam) die frische Luft, gerne auch alleine, nur für dich – die Zeit der Pause sollte möglichst „frei“ von Einflüssen sein, die dich stören und in den Arbeitsmodus ziehen.

4. Mach freie Zeit zu Qualitätszeit

Wirklich „freie“ Freizeit ist nicht nur die reine Abwesenheit von Zwang. Es ist die Freiheit, die Dinge aktiv zu tun, die wir wollen. Sich frei zu bewegen, genau so, wie du es am liebsten magst. Manchmal geht es deswegen gar nicht um bloße Zeiträume. Vielmehr holen wir oft zu wenig aus unserer freien Zeit heraus. Unser Wochenende mit bestellter Pizza und Streaming-Diensten zu verbringen, ist verlockend und manchmal sicher genau das Richtige. Aber wann hattest du zuletzt das Gefühl, am Wochenende mit Freunden oder Familie „viel erlebt“ zu haben? Vielleicht wechselst du nächstes Wochenende nicht von einer Waagerechte auf die andere, sondern leihst dir mit einer guten Freundin ein Mountainbike und erkundest die Natur um deine Stadt? Auch Wandern kannst du in Deutschland überall – achtsam und in deinem Tempo. Es ist egal, ob du die Natur erleben möchtest oder mal mit Freunden leckere, gesunde Rezepte kochst: Hauptsache du „versackst“ nicht jedes Wochenende. Oder ist Quality Time für dich auch einfach mal bewusst alleine sein? Ein Buch lesen, den eigenen Gedanken nachhängen. Vielleicht abends nach Feierabend noch etwas für dich selbst zu kochen – genau so, wie du es magst (überleg einmal, wie anders du kochst, wenn du allein bist!). Sich selbst etwas gönnen. Quality Time ist das, was du magst, bewusst und achtsam – ohne deine alltäglichen Baustellen.

5. Lerne priorisieren und delegieren

Neben den vielen „Baustellen“ im Beruf willst du deine Wohnung sauber halten, engagierst dich sozial, hältst Kontakt mit 46 Freunden, baust einen Kräutergarten auf dem Balkon, planst langfristig dein Eigenheim und gehst auf die Abendschule. Merkst du was? Wir tun Dinge oft, weil wir glauben, dass sie von uns erwartet werden. Das Resultat: Wir machen alles gleichzeitig, bekommen manchmal aber nichts so richtig fertig. Das demotiviert und belastet.

Versuche, weniger Projekte gleichzeitig zu machen.

Es ist vollkommen okay, den Kollegen oder Partner um Hilfe zu bitten. Es ist auch okay, ein Projekt zurückzustellen. Denn dadurch machst du etwas anderes besser, und – noch wichtiger – erfolgreich bis zum Ende. Am allerschlimmsten ist es, wenn ein Hobby deswegen lästig wird. Wenn du dich immer wieder gestresst zum Fußballverein schleppst und fluchst, weil Training auf der Tagesordnung steht, passiert etwas: Dann wird ein ehemals liebgewonnenes Hobby langsam von „Life“ zur „Work“. Der Begriff „Freizeitstress“ beschreibt das ganz gut. Tu etwas dagegen: Stelle andere Baustellen in deinem Leben zurück. Gib Verantwortung und Pflichten an Familienmitglieder oder Kollegen weiter, wo es passt.

6. Mit neuen Impulsen zu mehr Work-Life-Balance: Gib Yoga und Meditation eine Chance

Wenn du durch priorisieren und delegieren mal 10 Minuten freigeschaufelt hast, versuch etwas Neues. Keine Angst: Weder bei Yoga, noch bei Meditation musst du dich in esoterische Themen einlesen. Wenn du Vorbehalte gegen den spirituellen Part von Yoga hast, sieh es als entspannende Bewegungsübungen. 10 Minuten „faules“ Yoga am Tag entspannen dich und geben deiner Freizeit einen ruhigeren Touch. Und keine Angst: Dafür musst du nicht in ein Yogastudio. Du kannst Yoga einfach im Wohnzimmer machen. Mach die „Asanas“ (Körperstellungen im Yoga) bewusst und horche auf deine langsame, tiefe Atmung. Schließe die Augen, nimm die leisen Geräusche deiner Umgebung wahr, „versinke“ im Augenblick. Nichts anderes ist Meditation.

Du merkst: Fast immer können wir etwas tun, um wieder ein wenig die Balance zu finden. Brauchst du mehr Inspiration? Stöbere ganz entspannt durch unsere Übersichtsseite zum Thema Work-Life-Balance. Vielleicht hilft das schon, um ein wenig zu entschleunigen. :)

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