Sport bei Erkältung? Wann du wieder loslaufen kannst ...

Sport bei Erkältung? Wann du wieder loslaufen kannst ...

… und Ideen, um die Trainingspause zu nutzen

Von Patrick Lange
veröffentlicht: 17.02.2018

Bei Wind und Wetter laufen gehen oder anderen Ausdauersport treiben stärkt die Abwehrkräfte. Wenn dann in der kalten Jahreszeit doch einmal eine Erkältung im Anmarsch ist, fragen sich vor allem Läufer, ob sie trotzdem weiter laufen sollten – oder lieber eine Pause einlegen. Die Frage stellt sich auch für Profi-Athleten immer wieder.

Läufer und Ausdauersportler im Allgemeinen fürchten bei einer Erkältung oft einen Leistungseinbruch. Wer gut im Training ist, will sich von einem Infekt nicht ausbremsen lassen – das kenne ich selber nur zu gut. Kann es für den Heilungsprozess vielleicht sogar vorteilhaft sein, Sport zu machen? Laufen fördert schließlich das Immunsystem.

Meine Meinung: Wenn ich krank bin, bin ich krank. Dann mache ich auch keinen Sport. Das Risiko, das ich damit eingehen würde, ist viel zu hoch. Ich denke da immer sofort an den Herzmuskel, denn der ist letztlich zentral für die Leistung, die ich im Sport erreiche. Durch Training während eines Infekts kann sich dort aber eine Myokarditis – eine Herzmuskelentzündung – entwickeln. Es passiert leider immer noch viel zu häufig, dass Sportler die Schraube überdrehen und im schlimmsten Fall tot umfallen.

Ich habe da eine ganz klare Linie: Bei Erkältung macht man keinen Sport. Punkt.

Die Unterbrechung des Trainingsplans bei Erkältungen nutzen

Ich kenne den Frust bei Erkältung –  der Trainingsplan ist unterbrochen, man denkt, man fällt in seiner Leistung zurück. Das ist in manchen Fällen auch so. Aber so what? Nach der Krankheit gehts weiter. Du kannst die Pause aber auch für schonende Bewegung nutzen: Faszientraining oder eine ruhige Yoga-Session bieten sich jetzt zum Beispiel an. Mit beidem hältst du deinen Kreislauf in Schwung, dehnst Muskeln und Bänder und holst dir ein großes Stück Beweglichkeit zurück, das während der Erkältung zu kurz gekommen ist.

Vielleicht eine kleine Faustregel: Während einer Erkältung alles lassen, was deine Herzfrequenz zu sehr nach oben treibt. Stattdessen ausruhen, viel Wasser trinken und genug schlafen.

Wieder trainieren: Was sagt der Ruhepuls?

Dein Ruhepuls zeigt dir an, ob dein Körper noch mit dem Infekt kämpft oder nicht. Am besten misst du den Ruhepuls regelmäßig morgens. Wenn mein normaler Ruhepuls normalerweise bei 50 liegt und ich morgens nach dem Aufwachen einen Ruhepuls von 70 habe, dann weiß ich, dass noch ein Infekt in meinem Körper steckt – obwohl er vielleicht schon abklingt und ich mich wieder besser fühle. Training ist dann trotzdem tabu.

Der Ruhepuls ist für mich ein guter Indikator für den Zeitpunkt, an dem ich wieder einsteige.

Wenn er wieder im normalen Bereich ist, beginne ich mit einem reduzierten Trainingsprogramm – eines, das nicht zu fordernd ist, sondern mit dem ich in den ersten drei, vier Tagen leicht wieder rein komme. Es geht also darum, sich auch nach überstandener Erkältung nicht zu übernehmen. Ich achte in der Zeit nach einem Infekt auch besonders darauf, mich nach dem Training dick einzupacken. Ich versuche, keinen Zug zu bekommen und desinfiziere mir beispielsweise öfter die Hände. Alles kleine Vorsichtsmaßnahmen, damit der Körper bei der Erholung vom Infekt entlastet wird – und ich so schnell wie möglich wieder fit für’s Laufen bin.

Alles rund ums Laufen findest du auf unserer Themenseite: grundlegendes Wissen und professionelle Tipps von Patrick Lange, dem Ironman Hawaii 2017.

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